Wiederkehr
In der spektakulären Optik von Achim Freyer gerieten die zu seinen herausragenden Werken zählenden drei sogenannten Porträt-Opern von Philip Glass – in der Reihenfolge «Satyagraha», «Echnaton» und «Einstein on the Beach» – zu den großen künstlerischen Erfolgen der Stuttgarter Oper in den Jahren vor Klaus Zehelein. Denkbar, dass von jenen auch äußerst publikumswirksamen Taten ein einschüchternder Effekt ausging, der sich eher blockierend auf die weitere Theaterkarriere dieser Werke auswirkte.
Mittlerweile haben sich Impakt und Verblüffungspotenzial der Minimal Music à la Glass ohnedies etwas verbraucht. All das kein Hinderungsgrund für das Heidelberger Theater, sich profund mit dem Dreistünder «Echnaton» zu beschäftigen, der seinerzeit eigens für Stuttgart komponierten Oper über den auratischen Pharao, der mit seinem kurzfristig lancierten Sonnenkult des Aton wahrscheinlich entscheidende Anstöße zur Entstehung der monotheistischen Religionen gab.
In mehr als halbjähriger Vorbereitung entstand in der Universitätsstadt für den neuen, noch immer staunenerregend schönen Marguerre-Saal eine Aufführung, die, wenn es mit rechten Dingen zugeht, einen ähnlichen Kultstatus (und Besucher von ...
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Opernwelt August 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Hans-Klaus Jungheinrich
Von schnödem Mammon und männlicher List verführt: Die tragische Geschichte der Manon Lescaut besitzt seit jeher eine prekäre Nähe zum B-Movie-Kitsch. In Jonathan Kents Inszenierung der gleichnamigen Puccini-Oper am Londoner Royal Opera House wird sie wie ein solcher Film erzählt. Der Niedergang der Titelheldin – Kristine Opolais gibt sie mit umwerfender Bühnen-...
Wieder einmal lag Streik in der Luft beim Festival d’Aix-en-Provence – und nicht nur dort. In Montpellier fielen im Juni alle Vorstellungen des dreiwöchigen Printemps des Comédiens aus. Die intermittents du spectacle, die zeitweise beschäftigten Künstler und Techniker, ohne die nichts läuft bei den großen Festivals im Süden Frankreichs, sind empört. Die...
In dem Tenorschlager «Nacht überm See» versicherte Fritz Wunderlich einst das Techtelmechtel zwischen den Geschlechtern einer kosmischen Komplizenschaft: «Und der alte Mond lächelt weise, und ein Sternlein funkelt: Na, na!». Der Mond von Alabama ist aus diesem Pakt längst ausgestiegen. Absinthgrün und dumm lacht er über der Wüstenstadt Mahagonny. Jim, Jack, Bill...
