Wie ein Kondukt
Mit ihrer Entscheidung für «La resurrezione», Oratorio in due parti, haben die Karlsruher zum 30. Jubiläum ihrer Händel-Festspiele eins der schwächeren Werke Händels als Hauptbeitrag gewählt. Komponiert vom Dreiundzwanzigjährigen auf seiner zweiten Rom-Reise 1708, gehört diese «Auferstehung» zu jener Spezies der «Opera proibita», die während des von Papst Innozenz XIII. verfügten Opernaufführungsverbots als Ersatzspektakel fungierte: das Oratorium als Opéra manquée.
Die Karlsruher Produktion findet zu einem Zeitpunkt statt, da die Zukunft der Festspiele ernsthaft gefährdet ist. Wenn das Land Baden-Württemberg seine Drohung wahr macht und ihm die bisher gewährte Unterstützung entzieht, sieht sich Intendant Achim Thorwald gezwungen, den Festspielbetrieb einzustellen.
Die Aufführung ist leider kein flammendes Plädoyer für dessen Fortsetzung. Die durchgehende Lamentostimmung der Trauernden am Grabe Christi, die nach seiner Auferstehung im zweiten Teil nur eine kurze Aufhellung erfährt und nur durch die bösartigen Kommentare Luzifers ab und zu konterkariert wird, liegt wie ein Bleigewicht auf der sich hinschleppenden Aktion. Und sie wird auch nicht durch die virtuosen Arieneinschübe der ...
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Warum Düsseldorfs Opernchef Tobias Richter als letzte Neuproduktion für die räumlich beengte Ausweichspielstätte RheinOperMobil ausgerechnet Charles Gounods «Faust» auf den Spielplan setzte, bleibt auch nach Besichtigung des musikalisch-szenischen Ergebnisses eine offene Frage. Nicht die frühe Dialogfassung von 1859 wird gespielt, sondern die erheblich erweiterte,...
Zuerst einmal sei von Nestroy die Rede, den die Wiener so lieben, von «Einen Jux will er sich machen», vom «Zerrissenen». Oder von «Freiheit in Krähwinkel». Vielleicht auch vom «Bösen Geist Lumpazivagabundus». Denn zwischen den Assoziationen, die diese Titel auslösen, pendelt die Posse, die im Moment in Wien um den Staatsoperndirektor aufgeführt wird. Wer kommt...
Die erste Schallplatte eines vollständigen Bühnenwerkes galt 1907 der «Fledermaus», sicher mehr die Verbeugung vor einem einzelnen Meisterwerk als vor der Gattung Operette. Der aufstrebende Hörfunk pflegte das Genre dann aber sehr. Vieles, was alte Kataloge der Reichsrundfunkgesellschaft verzeichnen, dürfte es nicht mehr geben, doch kamen immerhin eine «Fledermaus»...
