Von vielen Musen geküsst
Auf ihrer Website stellt sie sich als Stimmsolistin, Schauspielerin, Sängerin und Cellistin vor. Salome Kammer hat diese Reihenfolge zweifellos bewusst gewählt. Dass die Vokalkunst, der experimentelle Einsatz der Stimme an erster Stelle steht, ergibt sich aus der Laufbahn dieser von vielen Musen geküssten Klangrednerin, die aus einem kinderreichen hessischen Pfarrhaus stammt und mit dem Film- und Fernsehregisseur Edgar Reitz (in dessen «Heimat»-Epos sie als Clarissa auftrat) in München lebt.
Noch vor dem Abschluss des Musikstudiums wurde Salome Kammer ans Theater Heidelberg engagiert, wo sie fünf Jahre lang als festes Mitglied des Ensembles zwischen Schauspiel, Operette und Musical pendelte. Schon damals, vor bald einem Vierteljahrhundert, konnte sie mit den Genrerastern und Stimmschubladen nicht viel anfangen, auf die sich der (klassische) Musikbetrieb stützt(e). Sie spürte, dass ihre Neugier und ihr Talent ausreichten, um höchst unterschiedliche Bereiche zu erkunden: Vom Kabarett bis zur Performance, vom Lyrikabend bis zum Jazz-Gig, vom Chanson bis zum zeitgenössischen Lied hat Salome Kammer seitdem alles gemacht, was ihr liegt und was ihr gefällt. Mit durchschlagender Wirkung. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der neue Mann hat bereits geurteilt: Dieses Opernhaus sei renommiert, aber «etwas heruntergekommen». Aviel Cahn, der neue Chef der Vlaamse Opera in Antwerpen/Gent, hielt sich mit garstigen Bemerkungen über seinen Vorgänger Marc Clémeur nicht zurück. In den achtzehn Jahren von Clémeurs dortigem Wirken habe sich eine «gewisse Laisser-faire-Stimmung breit gemacht»....
Der Künstler, schrieb Albert Camus 1942, sei der absurde Mensch par excellence. Obwohl er weiß, dass seine Schöpfungsakte die Unvernunft der Welt nicht ändern, dass seine Werke nur Bilder liefern können von einem Leben, das keinen festen Grund mehr kennt, macht er weiter. Er pfeift auf Gott, bietet dem flatterhaften, grausam kalten Schicksal lächelnd die Stirn,...
In zwei Jahren feiert der «Rosenkavalier» seinen hundertsten Geburtstag. So langsam wird klar, welch bitterböses, ironisch-pessimistisches Stück uns Hofmannsthal und Strauss mit dieser Komödie hinterlassen haben. Wenn am Ende der Vorhang fällt, hat nicht nur der derbe Baron Ochs eine schmerzhafte Abreibung erhalten – auch die Marschallin, die sich die Zeit mit...
