Von Teheran nach San Francisco

Der Regisseur und Manager Lotfi Mansouri legt seine Memoiren vor

Opernwelt - Logo

Deutschen Opernfreunden sagt der Name Lotfi Mansouri möglicherweise wenig. Zwar begann er seine Laufbahn als Regisseur im deutschsprachigen Raum und hat in den sechziger und siebziger Jahren auch in Dortmund, Freiburg, Heidelberg, Kassel und Nürnberg inszeniert, doch zu Macht und Ansehen gelangte er erst in Amerika, zunächst als Generaldirektor der Canadian Opera Company in Toronto (1976-1988) und unmittelbar danach in gleicher Funktion an der San Francisco Opera (1988-2001).

Seine Memoiren, vorerst nur in englischer Sprache vorliegend, bieten gleichwohl auch deutschen Lesern eine informationsreiche und spannende Lektüre. Denn Mansouri lässt sich kaum über seine mehr als 300 Inszenierungen aus, sondern beschreibt anschaulich seinen außergewöhnlichen Werdegang, erzählt von wichtigen künstlerischen und menschlichen Begegnungen und gibt tiefe Einblicke in das Wesen amerikanischen Opern-Managements.

1929 als Sohn eines muslimischen Vaters und einer christlichen Mutter in Teheran geboren, stand Lotfollah von Jugend auf in einem kulturellen Spannungsfeld, wobei der Einfluss der Mutter wesentlich stärker war. Vom westlichen Lebensstil angezogen, wanderte er nach Amerika aus und begann ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2010
Rubrik: Medien / Buch, Seite 39
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
Weitere Beiträge
Geliehene Gefühle

Es sollte der ganz große Wurf werden. Ein Werk, das als erste «Great Australian Opera» in die Geschichte eingehen würde. Vor zehn Jahren wurde es vom wichtigsten Musiktheaterinstitut, Opera Australia, bei Brett Dean, dem prominentesten Komponisten des Fünften Kontinents, in Auftrag gegeben. Nichts weniger als ein Meisterstück erhoffte sich Simone Young, die...

Politischer Weltbürger

Im deutschsprachigen Raum war der 2003 verstorbene Literaturwissenschaftler Edward W. Said bis zur Jahrtausendwende, als er gemeinsam mit Daniel Barenboim in Weimar das West-Eastern Divan Orchestra gründete, nahezu unbekannt. Wer sich an Hochschulen mit Politik und Kultur der arabischen Welt beschäftigte, hatte natürlich seine 1978 veröffentlichte Studie...

Die Ratten vor den Ratten

Das Festival Junger Künstler war schon immer für Überraschungen gut. Im Europasaal des «Zentrums», wo 1982 die szenische Uraufführung von Mozarts Azione teatrale «Il sogno di Scipione» stattfand, wurde tatsächlich ein Stück von Richard Wagner aus der Taufe gehoben. Kein Wunder allerdings, dass die Posse «Eine Kapitulation» bislang nie gespielt wurde. Sie gehört...