Vom Doppelgesicht des Patriotismus
Das Erdbeben ereignete sich nicht nur in den Straßen von Paris, sondern auch auf den Opernbühnen. Die Französische Revolution hinterließ eben überall ihre Spuren.
Vielleicht am deutlichsten bei François-Joseph Gossec, nicht nur weil er während der Revolutionsjahre mit etlichen Ämtern und Pöstchen bekleidet wurde – er war Vorsitzender des Comité de lecture an der Opéra, anschließend Mitglied des Prüfungs-ausschusses für die dort aufzuführenden Werke, zudem Gründungsmitglied des Institut de France –, sondern auch weil sich seine musikalische Sprache den neuen Gegebenheiten anpasste. Seine pro-revolutionäre Begeisterung inspirierte ihn zu Hymnen, Chören, Märschen und anderen Stücken Militärmusik, die bei allen möglichen Gelegenheiten aufgeführt wurden. Daneben gelang es ihm, seinen eigenen, bereits über Jahre hinweg erprobten Opernstil mit dem Bekenntnis zur Revolution zu verbinden. So wurde «L’Offrance à la Liberté», eine Dramatisierung der «Marseillaise», zu einem großen Erfolg, ganz anders als «Le Triomphe de la République ou le Camp de Grand Pré». Das Werk, ein Jahr nach der «Offrance» im Januar 1793 uraufgeführt, bezieht sich auf den allgemeinen Enthusiasmus nach der Bekanntgabe des Sieges der Kellermann-Bataillone während der Kanonade von Valmy. ...
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Windsor ist überall. Jedenfalls als Soap. Als symbolischer Ort, wo sich selbst Royals in den Fallstricken des ganz normalen Alltagswahnsinns verheddern können. Wo hinter jeder Mauer Affären, Intrigen, Lug und Trug lauern. Wo das Leben, zumal das Liebesleben, unentwegt am Rande des Nervenzusammenbruchs entlangschrammt.
In diesem Sommer konnte man Windsor auch im Harz...
Er war nicht nur der größte unter allen lebenden Bassisten, sondern zweifellos ein Jahrhundertsänger: Kurt Moll. Jetzt verabschiedete er sich als Nachtwächter in den «Meistersingern» von der Bühne: jener Partie, mit der er 1968 in Bayreuth debütiert und mit der seine internationale Karriere begonnen hatte. Dirigent war damals nämlich Karl Böhm, der sich sofort...
Gehäufte Schönheiten und Sinnigkeiten, bekannte der Dichter, habe er an seinem inneren Auge vorbeiflanieren sehen, als er die Schlussszene vernahm: das erste Auftauchen der Schwert-Idee, die wundervolle Manipulation des Walhall-Motivs, Loges genial charakterisierende Zwischenreden und vor allem jenes unbeschreiblich sentimental zu Herzen gehende «Treulich und treu...
