Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Wernigerode, Verdi: Falstaff

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Windsor ist überall. Jedenfalls als Soap. Als symbolischer Ort, wo sich selbst Royals in den Fallstricken des ganz normalen Alltagswahnsinns verheddern können. Wo hinter jeder Mauer Affären, Intrigen, Lug und Trug lauern. Wo das Leben, zumal das Liebesleben, unentwegt am Rande des Nervenzusammenbruchs entlangschrammt.
In diesem Sommer konnte man Windsor auch im Harz finden. Unter freiem Himmel. Im Innenhof des Schlosses Wernigerode. Seit 1996 präsentiert dort das örtliche Philharmonische Kammerorchester die Wernigeröder Schloss­festspiele.

Barock, Klassik, Romantik, Crossover, Kinderkonzerte. Als Höhepunkt stemmt man jede Saison eine Oper. Vor fünf Jahren holte Musikdirektor Christian Fitzner «Tosca», zuletzt machte «La traviata» Station. Nun also «Falstaff», Verdis und Boitos hintersinnig-spritzige Bearbeitung der Shakespeare’schen «Merry Wives of Windsor». Die altersweise, delikat-komplexe Komödie eines achtzigjährigen Kompo­nis­ten, der allen noch mal zeigen wollte, was in ihm steckt.
Regisseurin Simone Zeisberg-Meiser und Ausstatterin Gisa Kuhn haben das turbulente Spiel in die flotten Sechziger verlegt: Menschen im Hotel. Frau trägt Erdbeer- oder Zitronenmuster (Alice Ford, Meg ...

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Opernwelt September/Oktober 2006
Rubrik: Panorama, Seite 66
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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