Vielversprechend

Wagner: Das Rheingold
Kassel | Staatstheater

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Alles fängt schon vor dem Anfang an. Ein herrischer Herr mit Leuchtspeer schreitet aus dem Hintergrund, vorne lauert angriffig eine proletenhafte Gestalt. Fast eine Minute starren sie einander aus der Distanz stumm an, diese Verkörperungen von Macht und Ohnmacht, Licht und Finsternis, bevor das tiefe Es beginnt, dieses (hier offenbar als trügerisch entlarvte) Symbol unentzweiten Naturwaltens. Nein, der Antagonismus ist von Ewigkeit: Ahriman und Ormuzd, Gott und Teufel, Wotan und Alberich.

Ein bemerkenswerter Auftakt für Markus Dietz’ Kasseler «Rheingold» und das für die nächsten zwei Spielzeiten geplante «Ring»-Projekt. Viele weitere Details dieses «Vorabends» zeugen von Ideenreichtum und profunder Beschäftigung mit gewöhnlich nicht erzähltem Stoffhintergrund. So am Ende des Stücks: Statt des feierlichen Einmarschs in die Burg (zum Des-Dur-Dreiklangsmotiv) sieht man Wotan nach vorne kommen und sich mit Erda zusammentun. Eine für den Fortgang der Geschichte wesentliche Liaison, szenisch aber – der kluge Dramaturg Wagner wusste es – nicht unbedingt notwendig. Hingegen leuchtet die inhaltliche Variante stärker ein, dass die Rheintöchter von Alberich nach Nibelheim gebracht und ...

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Opernwelt November 2018
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Hans-Klaus Jungheinrich

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