Viel Spreu, zu wenig Weizen
Die Oper auf DVD boomt. Kein Theater, das auf sich hält, will mehr darauf verzichten, die eigenen Produktionen medial zu vermarkten. Denn das bedeutet nicht nur eine zusätzliche Einnahmequelle, sondern auch erhebliche Eigenwerbung. Künstlerische Erwägungen spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Vieles, was auf den Markt kommt, hat allenfalls lokale Bedeutung.
So ein «Simon Boccanegra» aus Bologna, der sich gegen starke frühere Konkurrenz (Abbado, Levine) behaupten muss.
Die Inszenierung Giorgio Galliones erschöpft sich in standardisierten Arrangements, und die sängerischen Leistungen sind lediglich solide, im Falle des Bassisten nicht einmal das. Der junge Dirigent Michele Mariotti versucht starke dramatische Akzente zu setzen, aber ihm fehlt der gerade in dieser Oper so notwendige weite Atem. Sein Dirigat bleibt Stückwerk.
In einer Produktion von «I due Foscari» aus Neapel beschränkt sich der Schweizer Regisseur Werner Düggelin auf ein paar mehr oder weniger simple Tableaus, die den Ablauf der Musik nicht stören. Die musikalischen Leistungen reichen nicht aus, die szenischen Defizite vergessen zu lassen. Nello Santis oft an Routine grenzende Souveränität taugt kaum für ein ...
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Manchmal muss eben der Brandschutz ein Machtwort sprechen, damit sich etwas bewegt. Im Wuppertaler Opernhaus wäre wohl bis heute alles beim Alten, wenn die Feuerexperten nicht eines Tages die Schließung des maroden Gebäudes angedroht hätten. Erst dann rang sich die hoch verschuldete Stadt am Rande des Bergischen Landes durch, den Bau aus den fünfziger Jahren...
Auf ihrer Website stellt sie sich als Stimmsolistin, Schauspielerin, Sängerin und Cellistin vor. Salome Kammer hat diese Reihenfolge zweifellos bewusst gewählt. Dass die Vokalkunst, der experimentelle Einsatz der Stimme an erster Stelle steht, ergibt sich aus der Laufbahn dieser von vielen Musen geküssten Klangrednerin, die aus einem kinderreichen hessischen...
Es ist schon merkwürdig, dass Humperdincks beliebte Märchenoper seit mehr als sechzig Jahren nicht mehr im Royal Opera House zu sehen war. Höchste Zeit, das Stück endlich wieder einmal ins Programm zu nehmen. Für die Inszenierung zeichneten Patrice Caurier und Moshe Leiser verantwortlich, ein Regie-Duo, das an Covent Garden zuletzt mit «La Cenerentola», «Il turco...
