Viel Lärm um nichts

Leipzig regt sich über einen substanzlosen «Holländer» auf, Chefregisseur Peter Konwitschny wärmt «Pierrot lunaire» und «Aida» auf

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Die Leipziger Opernsaison beginnt mit einem Knalleffekt. Schmetternde Türen und aggressive Buhs lassen die Wände zittern, das Gewandhausorchester mit Leopold Hager am Pult und die Solisten ertrinken im Lärm. Was ist passiert? Ein 29-jähriger Regisseur, Michael von zur Mühlen, hat seine Chance, an einem gro­ßen Haus zu inszenieren, in den Sand gesetzt. Sein «Fliegender Holländer» gerät zum Eklat, die Oper wird bundesweit in die Schlagzeilen katapultiert.

Da stand sie sowieso schon, weil sich Generalmusikdirektor Riccardo Chailly zunächst gegen den Intendanten Henri Maier durchgesetzt hat und sich dann selbst – gern, wie manche in Leip­zig vermuten – verabschiedete, als Peter Konwitschny den Posten des Chefregisseurs übernahm. Wilder Seegang also zum Saisonstart für den kommissarischen Intendanten Alexander von Maravic. Was hätte da besser gepasst als der «Holländer»?
Dass die Wogen im Publikum turmhoch schlagen, liegt an Videosequenzen, die Regisseur von zur Mühlen auf eine Leinwand hoch über der Bühne projizieren lässt. Sie zeigen Kampfhunde, die sich ineinander verbeißen, und Rinderkadaver im Schlachthaus. Eine echte Prostituierte tanzt, der Damenchor sticht mit Messern auf ...

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Opernwelt Dezember 2008
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Udo Badelt

Vergriffen
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