Verdi: La forza del destino
Noch vor der Ouvertüre baumelt ein riesiges Weihrauchfass über die Bühne. Dann verschwindet es, um erst in der letzten Szene wieder aufzutauchen. Es liegt im zersplitterten Bühnenboden – eine Bruchlandung. Natürlich ist das symbolisch gemeint. Natürlich ist eine solche Klammer zwischen Anfang und Ende immer wirkungsvoll. Doch zu retten ist dieser Abend mit solchen Einfällen nicht. Christian Schullers Inszenierung von Verdis «Forza del destino» kommt nie richtig in Gang. Die ersten beiden Akte gähnen Langeweile, Bewegungsarmut, Einfallsnotstand.
Zu Beginn bewegen sich die Figuren in grauem Wartesaal statisch nebeneinander her, mehr zum Publikum hingewandt als aufeinander eingehend.
Die folgenden Akte gewinnen ein wenig an Fahrt, ohne den Abend aus der Mittelmäßigkeit retten zu können. Während Einzelideen – wie die Verortung des Geschehens zwischen improvisiertem Kriegslazarett und Prellbock – durchaus überzeugen, bleiben manche Szene sowie die Konzeption einzelner Figuren, allen voran der Preziosilla, überaus fragwürdig. Das permanente Geklimpere mit Waffen in den letzten Akten und die teilnahmslos wirkenden Gesten der Figuren, während Existenzielles wie Hass und Liebe, Hingabe ...
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