Schostakowitsch: Lady Macbeth von Mzensk

Weimar

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Die Mauern des Hinterhofes sind so hoch, dass man den Himmel nicht sieht. Manche der Fenster sind vergittert. Sie umrahmen die Tristesse von Arbeiterinnen an der Nähmaschine. Über ihnen könnte eine Auf­seherpeitsche aus der Zarenzeit zischen. Oder die stali­nis­tische Gewalt (der Entstehungszeit der «Lady») hängen. Oder auch die neue postsowjetische Trostlosigkeit.

An den sprichwörtlichen Birkenwald, den imaginären Erholungsort der russischen Seele, erinnern Reste einer Tapete im nur angedeuteten Zimmer von Katerina: Hier langweilt sie sich, hier wird die Köchin vergewaltigt, hier wird die Herrin des Hauses erniedrigt. Hier vergiftet sie ihren sadis­tisch altersgeilen Schwiegervater Boris (standfest viril: Jon Pecevich) mit Rattengift. In der Mitte dieses Einheitsraumes verschwinden die Leichen im Keller, etwa die von Katerinas gelacktem Ehemann Sinowi (etwas zu leichtgewichtig: Frieder Aurich), den sie gemeinsam mit ihrem Liebhaber Sergej (mit tenoraler Vehemenz: Erin Caves) in der Dusche absticht. Aber auch uniformierte Möchtegern-Ordnungshüter in lassen einen harmlosen Spinner, der in den Fröschen die Seele sucht, dort verschwinden. Kurz: In diesem Hof ist die perverse ...

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Opernwelt Juli 2006
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 55
von Joachim Lange

Vergriffen
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