Verdi: Don Carlo

Pforzheim

Opernwelt - Logo

Über dem Musiktheater in der Goldstadt Pforzheim liegt der Schatten der jeweils nur eine halbe Bahnstunde entfernten Konkurrenz in Karlsruhe und Stuttgart. Mit dem Mut der Verzweiflung fordert der Pforzheimer Opernchef und GMD Jari Hämäläinen die beiden Staatstheater auf deren ureigenstem Gebiet, der gro­ßen Oper, heraus. «Fidelio», «Tosca» und «Don Carlo» standen in dieser Spielzeit auf dem Programm, «Tannhäuser» und «Otello» sind für die kommende Saison geplant.

Ob das angesichts der beschränkten künstlerischen Ressourcen und der räumlichen Situation des fünfhundert Zuschauer fassenden Hauses Sinn macht, darf bezweifelt werden. Dass es anders geht, führt in der Region im Moment mit Fantasie und Erfolg Heidelberg vor. Verdis «Don Carlo» jedenfalls war ein zweifelhaftes Vergnügen und das nicht nur wegen der unsäglich einfallslosen, aus Regensburg übernommenen Inszenierung des früheren Pforzheimer Intendanten Ernö Weil. Bei der Wahl zwischen der vier- und der fünfaktigen Fassung hat man sich für die musikalisch unmögliche Lösung des Kompromisses entschieden und dem Klosterbild das aus dem Fontainebleau-Akt herausgeschnipselte Duett Elisabeth/Carlos als eine Art Prolog vorangestellt. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2006
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 54
von Uwe Schweikert

Vergriffen
Weitere Beiträge
Münchner Barbiere

Eine Marktlücke füllt der neue «Barbier», den Sony in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk produziert hat, sicher nicht, denn es gibt von dieser populären Buffa mehr als genug erstklassige Aufnahmen. Das geschäftliche Kalkül zielte wohl auf die Besetzung der Rosina mit dem bulgarischen Weltstar Vesselina Kasarova, die in dieser Partie anderweitig noch nicht...

Wagner: Tristan und Isolde

Das Anhaltische Theater – seit der Jahrhundertwende ein Ort der «Wagnerpflege» – hatte mehr als fünfzig Jahre keinen «Tristan» mehr im Repertoire. Mit einer «naturbelassenen» Neuinszenierung wollte Hausherr Johannes Felsenstein dem abhelfen. Ein unverfälschter «Tristan»? Selbst wer die Münchner Uraufführungsdekorationen kopiert, ist von einer «authentischen»...

Händel: Ariodante

Auf CDs von Vesselina Kasarova fehlt Händel fast gänzlich. Erstaunlich genug, denn ihrem samtig verbrämten, koloraturflockigen Mezzo ist Barockes jederzeit zuzutrauen. Mit der Titelpartie in «Ario­dante» gab Kasarova jetzt so etwas wie ihr großes, szenisches Händel-Debüt. Und zeigte, dass Nicht-Spezialistinnen heute die aussagekräftigeren, vielschichtigeren...