Und die Oboen seufzen mit

Gluck: Armide Bern / Opernhaus

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Sie wütet und weint, kämpft und klagt. Hin- und hergerissen zwischen Hass und Liebe ist diese Zauberin. Ihr schlimmster Feind, der Kreuzritter Renaud, wird zu ­ihrem Liebhaber, der sie am Ende wieder verlässt. Gluck verleiht der Titelfigur seiner Oper «Armide» große emotionale Tiefe. Miriam Clark kostet mit ihrem beweglichen, runden Sopran jede Nuance dieses Seelengemäldes aus. Selbst in den dramatischen Passagen verliert die Stimme nie die Fokussierung.

Von Anfang an ist die Deutsch-Amerikanerin, die in den vergangenen Spielzeiten in Bern als Leonore und Violetta Valéry zu hören war, auch darstellerisch präsent.

Gluck löst in seinem Drame héroique das Nebeneinander von Rezitativ und Arie auf, zumal in der Titelpartie. Die Übergänge sind fließend. Die fast immer vom Orchester begleiteten Rezitative erhalten ariose Züge, die Arien meiden geschlossene Formen. Mario Venzago, Chefdirigent des Berner Symphonieorchesters, liegt dieses Repertoire: Er bürstet nichts gegen den Strich, raut den Klang vielmehr auf, besonders in den Streichern. Er spitzt Kontraste zu und wahrt trotzdem den Sinn für die große Linie. Die Blechbläser lässt Venzago auf Barockinstrumenten spielen; Posaunen ergänzen ...

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Opernwelt November 2014
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Georg Rudiger

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