Gemischtes Doppel
«No hay caminos, hay que caminar» («Es gibt keine Wege, also geh») – hat Luigi Nono seine Raumklangkomposition für sieben Orchestergruppen betitelt. In Darmstadt hat der neue Intendant Karsten Wiegand das Werk an den Beginn seiner ersten Spielzeit gesetzt, als Prolog zu Claudio Monteverdis Oper «Il ritorno d’Ulisse in patria» – einer Aufführung, die programmatisch das Alte mit dem Neuen verknüpft und es sich zum Ziel setzt, gemeinsam mit dem auf die Bühne geholten Publikum neue Wege des Umgangs mit Musik zu erkunden.
Das ging zwar mit den zwanglos zwischen den Instrumentalgruppen umherwandelnden Zuschauern gründlich schief, weil Nonos fragile, ein Höchstmaß an Konzentration erfordernde Musik im Schuhgeklapper und Kleiderrascheln unterging, ergab aber nach der Pause durch die hautnah an den Zuschauerblock herangefahrene Szene – eine steil ansteigende Freitreppe – einen munteren Theaterabend.
Regisseur Jay Scheib hielt die Solisten zu konzentriertem, allerdings reichlich konventionellem Spiel an, ohne darum die Emotionen zu drosseln. Für Auflockerung sorgte revuehafte Komik – die aus dem Bühnenhimmel herabschwebenden Götter, der als Schmarotzer Iro lustvoll seine massige ...
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Opernwelt November 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Uwe Schweikert
Die elsässische Opéra national du Rhin bemüht sich regelmäßig um Ur- und Erstaufführungen – und eröffnete die neue Spielzeit mit Régis Campo (Jahrgang 1968) und seiner Novität «Quai ouest». Als Koproduzent ist das Staatstheater Nürnberg mit im Boot. Dort ist Campo in dieser Spielzeit auch composer in residence. Der Nürnberger GMD Marcus Bosch steuerte bei der...
Auch informierte Historiker hätten wohl nicht mit dem Interesse gerechnet, das der Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor hundert Jahren in Deutschland – wo das mahnende Gedenken an den Zweiten eine viel größere Rolle spielt – bei Medien und Publikum auslöste: Die alten und neuen Bücher zum Thema stapeln sich, Fernsehreihen, Ausstellungen, ja selbst Comics pointieren...
Es ist geschafft. Die Festspiele in Pesaro haben alle 38 überlieferten Rossini-Opern vorgestellt – die 1813 für die Mailänder Scala komponierte Seria «Aureliano in Palmira» war die letzte (sieht man von dem Pasticcio «Eduardo e Cristina» ab). Die Wiederentdeckung dieses Œuvres für die Bühne ging nicht nur mit der Herkulesaufgabe einer historisch-kritischen Edition...
