Überzeugende Talentproben
Zuerst die Tragödie, dann die Komödie. Diesem Schema folgt die Kombination des Einakters von Bartók mit der zweiaktigen, aber nur vierzig Minuten langen Perseus-Oper Jacques Iberts von 1922 auf ein Libretto von Nino. Doch bedenkt sie nicht das Gewicht der Dinge. Nach dem symbolistischen Libretto von Béla Balács und Bartóks expressionistischer Musik kamen impressionistisch getönte Mediterranée und ironischer Text eher leichtgewichtig daher.
Gewiss sind die Stücke Pendants der Metaphorik: Blaubarts Schloss die Seele des Mannes voll dunkler Geheimnisse, Andromeda die Verkörperung weiblicher Unergründlichkeit. Halb Mélisande, halb Lolita, wird sie vom Drachentöter Perseus befreit – aber sie verabscheut den Befreier, der beleidigt abrauscht, erweckt hingegen das getötete Monster durch ihre Liebe wieder zum Leben.
Ibert schrieb sein sarkastisches Operchen zwar in Italien, doch erst jetzt brachte Jan Latham Koenig in Palermo die italienische Erstaufführung zustande: Mit dem gelungenen Abend gab er seinen Einstand als neuer Opernchef des Teatro Massimo. Finanziell pragmatisch: Die Bartók-Inszenierung, neun Jahre alt, kam aus dem Fundus.
Jan Latham Koenig ist kein rauschender Dramatiker, ...
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«Comédie chantée» nannte Jules Massenet seinen 1905 uraufgeführten «Chérubin», ein entzückendes Werk über den nun etwas erwachsener gewordenen, aber immer noch in alle Frauen verliebten pubertären Cherubino: voller Leichtigkeit und Witz, dramaturgisch exzellent gebaut mit einer ausnehmend vielseitigen, qualitätvollen Musik, die auch schon mal nach der Opéra comique...
Frau Munitz, «A Journey to the End of the Millennium», das von Ihnen initiierte Auftragswerk zum zwanzigjährigen Bestehen der Israeli Opera, bezieht seinen dramatischen Impetus aus unterschiedlichen kulturell-religiösen Haltungen abend- und morgendländischer Juden, Ashkenasen und Sepharden, einem der grundlegenden Konflikte des Judentums.
Nicht nur der Konflikt,...
