Trübe Stunden

New York | Metropolitan Opera | Puccini: Tosca

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Die erste vollständig von Peter Gelb geplante Met-Saison begann mit einer herben Enttäuschung. Gelb hatte Luc Bondy verpflichtet, um der an diesem Haus bescheidenen Liste interessanter Regisseure einen Namen hinzuzufügen und eine neue «Tosca» für Karita Mattila auf die Bühne zu bringen. Sie sang die Titelpartie erstmals an diesem Ort. Im Graben stand James Levine, der mit dieser Puccini-Partitur 1971 sein Debüt als Musikdirektor gegeben und seither viele großartige Vorstellungen dirigiert hatte.

Vorab war viel von Hitchcock-Flair und den Schauern des Regietheaters die Rede gewesen, die nun einem Publikum zugemutet würden, das an den verplüschten Realismus eines Franco Zeffirelli gewöhnt sei. Leider ist Bondy und seinem Team zu dem Stück nicht viel Aufregendes eingefallen, weder zur Psychologie der Figuren noch zur Gestaltung der Schauplätze – womöglich hatte aber auch eine nervös gewordene Hausleitung interveniert. Richard Peduzzis Bühnenbilder waren trist und statisch, die Lichtführung (Max Keller) schien auf schlichte Spots beschränkt, die den personae dramatis folgten. In der byzantinischen Kirche des ersten Aktes finden sich eine fahrbare Treppe aus unseren Tagen und ein ...

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Opernwelt November 2009
Rubrik: panorama, Seite 56
von David Shengold,Übersetzung: Albrecht Thiemann

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