Tod und Tristesse
Peter Konwitschny, seit 2008 Chefregisseur an der Oper Leipzig, hat den dortigen Spielplan, zugegebenermaßen notgedrungen, bisher vor allem mit erfolgreichen eigenen Arbeiten bereichert, darunter einschlägige Klassiker wie seine Grazer «Aida» (1994). Im September wird er im Haus am Augustplatz seinen Hamburger «Lohengrin» (1998) in einer Neueinstudierung präsentieren. Schönbergs «Pierrot lunaire», den er im Herbst vergangenen Jahres wieder aufgriff, hatte er zuvor schon einmal halb öffentlich in Spanien auf die Bühne gebracht.
Jetzt stand Konwitschnys erste genuin für Leipzig entwickelte Arbeit an, im Rahmen eines Doppelabends. Weder formal noch inhaltlich irgendwie begründet, kombinierte man Bachs Kantate «Ich habe genug» mit Nicoleta Chatzopoulous Vertonung des Theatertextes «Clara S.» von Elfriede Jelinek – Kalauer und Wortkaskaden über Clara Schumann. Zentrale Aussage: Kunstsinnige Frau wird von bösen, verqueren Männern aufs Sinnliche und Dienende reduziert, also schlimm unterdrückt. Chatzapoulou bietet für die dürftige Handlung musikalische Fetzen, vor allem fürs präparierte Klavier. Ein schlichtes Opernstückchen (solide inszeniert von Lotte de Beer), das bereits in Den Haag ...
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