Theorie aus Erfahrung
Mitte der achtziger Jahre. Carl Dahlhaus, der Berliner Ordinarius für Musikwissenschaft, war schon sehr krank, und seine Vorlesungen mussten immer wieder ausfallen. Da sprang ein nicht mehr ganz junger, aber dynamisch wirkender Mann ein, von dem wir Studenten wussten, dass er eigentlich Dirigent war, aus der DDR kam und seit Kurzem in Wuppertal als GMD wirkte. Peter Gülke sprach frei, ohne jedes Manuskript, er sprach anders, verständlicher und verbindlicher als Dahlhaus. Und er sprach über Schubert.
Was er damals über die geheimen Beziehungen im Streichquintett und über Vorbilder und Folgen des Symphonikers Schubert erzählte, das haftete auch noch Tage, Wochen danach im Gedächtnis, weil es aus unmittelbarem Umgang mit der Musik gewonnen war. Man könnte einfach sagen: weil Gülke Theorie und Praxis verband. Genauer wäre zu sagen: weil er die Musik stets als klingendes, als sinnliches Phänomen vermittelte. Er konnte gar nicht anders. Er hatte sie im Ohr, wenn er sie analysierte. Deshalb war es ihm später ein Graus, als der Begriff des Performativen aufkam und zum Modewort im Wissenschaftsdiskurs avancierte. Haben Komponisten nicht seit jeher darum gerungen, wie sich Klang schriftlich ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Stephan Mösch
Wie «Les Troyens» gehört auch «Benvenuto Cellini» zu den Schmerzenskindern der Operngeschichte. Während die «Trojaner» inzwischen zu Recht als eines der großen Musiktheaterwerke des 19. Jahrhunderts gelten, hat es Berlioz’ 1838 uraufgeführte erste Oper «Benvenuto Cellini» weiterhin schwer. Warum, machte die Aufführung in Münster wider Willen deutlich. Libretto und...
arte
2./8.4. – 5.05 Uhr
Musik – Eine Reise fürs Leben.
Dokumentation von Paul Smaczny über den Dirigenten Riccardo Chailly.
3.4. – 5.05 Uhr
9.4. – 5.15 Uhr
Beethoven: Tripelkonzert.
Orchestre national du Capitole de Toulouse, Tugan Sokhiev.
4.4. – 5.05 Uhr
10.4. – 5.20 Uhr
Beethoven: 7. Symphonie.
Amsterdam 2010. Royal Concertgebouw Orchestra, Mariss Jansons.
6.4. – 18.25...
Stephan MÖSCH: Ich darf die Hausherrin zuerst ansprechen. Frau Sobotka, Sie haben kürzlich in einem Interview gesagt, ein Theater sei keine Demokratieanstalt, sondern nur hierarchisch zu führen. Da spricht natürlich eine Frau, die lange mit Ioan Holender zusammengearbeitet hat. Was bedeutet die These konkret für Sängerinnen und Sänger?
Elisabeth SOBOTKA: Sie...
