Surrealer Seelenstrip

Bordeaux | Händel: Alcina

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Manchmal werden ja wirklich Dinge beim zweiten Mal präziser, logischer, auch schöner. So ist es jetzt jedenfalls David Alden widerfahren. Der scheint sich neuerlich auf längere Regiesicht mit Händel zu beschäftigen, so wie er es früher in seiner meist hollywoodbunten, quietschigen Inszenierungsreihe an Peter Jonas’ Bayerischer Staatsoper vollführt hat. Nach seiner glamourös sich eindüsternden «Deidamia» in Amsterdam (siehe OW 5/2012) gelang ihm nun eine ebenfalls sensibel melancholisierte, nur selten den Lachsack öffnende «Alcina» in Bordeaux.

Und das obwohl die Produktion, recht betrachtet, nur eine Reprise seiner damals eher mittelmäßig aufgenommenen, schnell wieder abgesetzten «Alcina» von 2004 an der Komischen Oper Berlin ist. Aber irgendwie wollen hier die Dinge besser funktionieren, die Einzelteile greifen geschmierter ineinander. Alden selbst sagt: «In Berlin war alles dreckig, grau und regietheaterhässlich. Hier ist es sanftmütiger und feiner.»

Wie wahr. Die Deutschen lieben den Deutungsfuror, die Franzosen die generöse Eleganz. Womit alle nationalen Vorurteile wieder bestätigt wären. Und doch funktioniert die etwas umgedeutete Geschichte vom Bräutigam Ruggiero, der sich ...

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Opernwelt Juli 2012
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Manuel Brug

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