Stimmen aus dem Gulag
Eine Fotoausstellung im Foyer stimmt auf die Aufführung ein: von Schrecken gezeichnete Gesichter, die an die Porträts von Häftlingen in deutschen KZs erinnern, Bilder von Hinrichtungen sowie Videos, in denen Gulag-Opfer von ihren Gerichtsverfahren berichten. Auf der dunklen Bühne des Theaters am Gleis in Winterthur nimmt der stumme Schrecken dann klingende Gestalt an. «Et cetera», ein Musiktheater nach Alexander Solschenizyns «Archipel Gulag», ist vermutlich das erste derartige Werk (am 26.
Juni wurde es uraufgeführt), das sich direkt auf den Gulag-Horror bezieht, der in Russland noch immer der Aufarbeitung harrt. Und es zeugt vom Mut der jungen, in Berlin lebenden Russin Marina Khorkova, dass sie zusammen mit der Regisseurin Ekaterina Vasileva und der Bühnengestalterin Sonya Kobozeva den Versuch unternommen hat, den Toten eine Stimme zu verleihen. Aus gutem Grund hat sie es unterlassen, Texte singen zu lassen. Zu hören sind die Laute der Geknechteten und Misshandelten im Rohzustand: Heulen, Schreien, Stammeln, Röcheln bis hin zum tonlosen Atmen – der unverstellte seelisch-körperliche Ausdruck des auf elementare Daseinsformen zurückgeworfenen Menschen.
Das ist von starker ...
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Opernwelt August 2016
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Max Nyffeler
Mit dem Regienachwuchs tun sich Häuser manchmal schwer. Ein kleines Projekt auf der Probebühne, das Kinderstück im Foyer – kein Problem. Aber eine Inszenierung für die große Bühne? Das erscheint vielen Intendanten dann doch zu riskant. Zumal, wenn das Ergebnis für mehrere Spielzeiten halten soll. Andererseits ist das große Format der Normalfall im Opernalltag....
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
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