Sperriges Meisterwerk

Chausson: Le Roi Arthus Paris / Opéra Bastille

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Kaum zu fassen, dass das Publikum der Pariser Opéra Bastille ganze 112 Jahre auf Ernest Chaussons Meisterwerk «Le Roi Arthus» warten musste! Die Oper wurde 1903 am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel uraufgeführt, kam also ein Jahr nach Debussys «Pelléas et Mélisande» heraus – und vier Jahre, nachdem der Komponist mit seinem Fahrrad verunglückt war. Chaussons Werk steht im Zentrum des Wagnérisme, doch sein französischer «Tristan» klingt auch nach Debussy.

Philippe Jordan erwies sich geradezu als idealer Spielleiter für das Stück, und das nicht nur, weil wir seinem Vater Armin die erste Einspielung des Werkes verdanken. Sowohl im «Ring» als auch in «Pelléas» zu Hause, erreichte der directeur musicale der Opéra national mit seinem überwältigend klangschön und ausdrucksstark spielenden Orchester die optimale Balance zwischen Neogotik und Impressionismus.

Auch das Solistenensemble, ein Erbe der Ära Joël, ist in Bestform. Roberto Alagna wurde als Ritter Lancelot am Premierenabend nicht wie in Massenets «Le Cid» von Heuschnupfen geplagt, wartete mit strahlendem Tenor und einem unübertroffenen französischen Stil- und Sprachgefühl auf. Sophie Koch klang als Genièvre anfangs verkrampft, ...

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Opernwelt Juli 2015
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Christian Merlin

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