Spaß mit leeren Töpfen
In Shakespeares «Henry V» heißt es: «The empty vessel makes the greatest sound» – ein leerer Topf tönt am lautesten. Natürlich darf man dabei an aktuelle politische Ereignisse denken; dass sich freilich immer wieder Mehrheiten finden, die Politclowns ernst nehmen und wählen, ist so erstaunlich wie unheimlich.
Ob Satire helfen kann, den Pessimismus zu mindern? Wie etwa Emmanuel Chabriers Opéra bouffe «L'Étoile», in der ein königlicher Clown mit Namen Ouf (ein Anagram fürs französische fou, irre) sarkastischem Gelächter preisgegeben wird, nämlich von einem pfiffigen jungen Straßenhändler? Diesem, Lazuli mit Namen, fliegen die Herzen zu – zumal, wenn er auf diesem DVD-Dokument einer Amsterdamer Produktion von 2014 in der auch androgyn hinreißenden Gestalt von Stéphanie d’Oustrac erscheint.
Der Louis-quatorze-Verschnitt Ouf le premier wiederum findet in der Gestalt von Christophe Mortagne eine in jeder Hinsicht überbordende Verkörperung (wobei er in manchen Augenblicken auch an den großen Louis de Funès erinnert). Dieser König umgibt sich mit Jovialität wie mit einer dicken Honigschicht, hinter der kalte Sturheit west. Zur Erbauung des Volks will er an seinem Geburtstag den Lazuli, ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 48
von Gerhard Persché
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Ruhrtriennale
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