Skandale, Stillstand, Aufbruch
Viel Freude kommt nicht auf, wenn man die vergangene Saison der Moskauer Musiktheater Revue passieren lässt. Vor allem deren Flaggschiff, das Bolschoi Theater, machte mehr mit Skandalen als mit spektakulären Aufführungen auf sich aufmerksam. Das Säure-Attentat auf Ballettdirektor Sergei Filin, das der Solotänzer Pavel Dmitritchenko in Auftrag gegeben haben soll, weil seine Lebensgefährtin Angelina Woronzowa nicht die Schwanenkönigin tanzen durfte – offenbar angestiftet von Woronzowas Lehrer Nikolai Ziskaridse.
Die Entlassung Nikolai Ziskaridses, der Unterschriften gegen Intendant Anatoli Iksanow gesammelt hatte. Schließlich der Fall der Primaballerina und Putin-Sympathisantin Swetlana Sacharowa, die sich nicht damit abfinden wollte, dass eine andere (Olga Smirnowa) die Partie der Tatjana in der russischen Erstaufführung von John Crankos «Onegin»-Ballett übernehmen sollte. Insider vermuten, dass der Rauswurf von Bolschoi-Chef Iksanow auch auf ihr Konto geht. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine gekränkte Tänzerin mit guten Verbindungen nach ganz oben es geschafft hätte, einen Intendanten zu entthronen – man denke an die Ballerina Matilda Kschessinskaja, eine Geliebte Nikolais II., ...
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Opernwelt September/Oktober 2013
Rubrik: Magazin, Seite 100
von Alexej Parin
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