Sinatra kann man nicht toppen
Herr Mattei, im neuen Berliner «Tannhäuser» von Sasha Waltz sangen Sie einen fantastischen Wolfram. Ein Rollendebüt?
Nein, das schien nur so. Ich hatte die Rolle schon vor acht Jahren an der Mailänder Scala gesungen. Es war ein großer Erfolg, aber ich habe den Wolfram nicht wieder angeboten bekommen.
Wie ist das möglich?!
Das sind die unergründlichen Wege der Besetzungspolitik. Es gibt Fälle, wo man durch ein geglücktes Debüt gleich in ein ganz anderes Fach und Fahrwasser hineingerät. Was auch gefährlich sein kann.
Und es gibt den gegenteiligen Fall. Ob man engagiert wird oder nicht, hängt zum Beispiel davon ab, wer die betreffenden Aufführungen gesehen hat. Und ob darüber berichtet wurde. Bei Wolfram war es so, dass ich die Rolle sogar selbst mehreren Theatern angeboten habe. Ich hätte sie sehr gern schon früher wieder gesungen. Aber niemand wollte.
Singen Sie die Rolle heute anders als vor acht Jahren?
Ja, damals hatte ich noch nicht Amfortas gesungen. Dieser Amfortas in «Parsifal» ist eine in sich ruhende Figur, die sich kaum entwickelt. Ganz anders Wolfram, der im Grunde genommen vier verschiedene Rollen umfasst. Sowohl vom Ausdruck her als auch im Hinblick auf die Tessitura. Man ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2014
Rubrik: Interview, Seite 26
von Kai Luehrs-Kaiser
Ob die Hallenser Händel-Festspiele letztes Jahr hochwasserbedingt wirklich hätten abgesagt werden müssen, ist umstritten. Die Vorstellung eines Lebens ohne Händel scheint allen Beteiligten jedoch einen heilsamen Schrecken eingejagt zu haben. Hoteliers berichten vom markanten Anstieg ausländischer Besucher, Intendant Clemens Birnbaum von einer Welle der...
In Dresden, der Stadt ihrer Uraufführung (1909), sorgte «Elektra» im Januar für einen glanzvollen Start ins Richard-Strauss-Jahr. Die musikalische Seite der neuen Produktion fand bei der Kritik einmütige Zustimmung. Nur wenige Monate später brachte die Deutsche Grammophon den Mitschnitt dieser Aufführung auf den Markt, der aus pragmatischen Gründen allerdings nicht...
The romantic hero», wahrlich ein genialer Titel für ein Album, auf dem ausschließlich französische Arien versammelt sind! Frère Jacques, dormez-vous? Manchmal, liebe Sony-Manager, soll es ja helfen, einen Moment lang nachzudenken – dann wäre vielleicht auch der Fehlgriff mit dem Dirigenten nicht passiert. Am Pult des RAI-Orchesters neigt Evelino Pidò dazu, die...
