Schöner Sterben

Darmstadt, Golijov: Ainadamar

Opernwelt - Logo

Osvaldo Golijov machte in Europa erstmals im Jahr 2000 von sich reden, als im Rahmen des Bach-Jubi­läums seine «Markuspassion» uraufgeführt wurde: ein interkulturelles, durchaus originelles, wenngleich nicht spektakulär neutönendes Werk. Mittlerweile ist Golijov weltweit gut im Geschäft, zu seinen Markenzeichen gehört die für an Neuer Musik gestählte Ohren etwas zu harmonische Klangsprache. Golijovs Hauptinteresse gilt der Kommunikation (statt Konfrontation) unter­schied­licher (musikalischer) Kulturen.

Das führt bisweilen zu bemerkenswerten Ergebnissen – der Liedzyklus «Ayre» etwa verbindet westliche, arabische sowie ­jüdisch-sephardische Elemente und integriert sogar Elektronik, während «Oceana» durch opulente Chöre und exotische Schlagwerkbatterien die Stimmung eines Neruda-Textes einzuholen sucht. Auch Golijvos erste Oper behandelt ein literarisches Thema, nämlich Leben, Werk und Sterben von Federico Garcia Lorca. «Ainadamar» wurde 2003 in den USA erfolgreich uraufgeführt, der arabische Titel bedeutet «Fluss der Tränen» und bezieht sich auf einen Brunnen in der Nähe des Ortes, an dem Franco-Faschisten 1936 den homosexuellen und auch sonst unangepassten Dichter erschossen. In ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2008
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Jörn Florian Fuchs

Vergriffen
Weitere Beiträge
Peinlich

Wer bis vor Kurzem die Leipziger Oper besuchen wollte, stand vor verschlossenen Türen. Nicht theatrale Heroen und musikalische Helden, sondern solide Handwerker und künstlerisch begabte Innenausstatter brachten das Haus auf Trab (Kosten: 9,3 Millionen Euro). Jetzt erstrahlt es in neuem Glanz, mit aufgehübschten Wand­fliesen aus feinstem Meißner Porzellan, hellerer...

Editorial

Um flotte Sprüche war Berlins Regierender Bürgermeister noch nie verlegen. Als «arm, aber sexy» hatte Klaus Wowereit die klamme Kapitale ­gepriesen. Und es besteht kein Zweifel, dass der Oberberliner im Roten Rathaus zum metropolitanen Sex-Appeal, nach dem man sich an Spree und ­Havel so sehr sehnt, auch die drei Opernhäuser der Stadt zählt. Seit Wowereit die...

Qualitätsarbeit

Reinhard Keisers für die Oper am Hamburger Gänsemarkt geschriebenes Opus über den «hochmütigen, gestürzten und wieder erhabenen Croesus» enthält genug action, um davon sechs Folgen einer Daily Soap zu bestreiten. Das 1711 uraufgeführte und 1730 überarbeitete Stück, das Opera North unter dem Titel «The Fortunes of King Croesus» derzeit als britische Erstaufführung...