Schmerzliche Walzer

Virpi Räisänen und Ruth Ziesak mit Liedern von Gustav und Alma Mahler, Berg, Schönberg, Zemlinsky, Schostakowitsch und Britten

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Die finnische Mezzosopranistin Virpi Räisänen gehört zu einer neuen Generation von Sängerinnen und Sängern, die sich ihr Repertoire quer durch die Stile und Epochen erarbeiten. Glucks Orfeo und die Dorabella singt sie ebenso selbstverständlich wie Berios «Sequenza III». In Salzburg trat sie in Rihms «Dionysos» und in «Al gran sole» von Nono auf, und als ausgebildete Geigerin begleitet sie sich selbst auf dem Instrument in Werken, die extra für sie geschrieben wurden. Ungewöhnliche Wege schlägt Virpi Räisänen auch auf ihrer Debüt-CD mit Liedern von Mahler bis Britten ein.

Die Auswahl der Stücke verrät Mut zum Randständigen, wobei ein Schwerpunkt auf den Frühwerken der Komponisten liegt. Von Mahler erklingen sechs der in den 1880er-Jahren komponierten «Lieder und Gesänge aus der Jugendzeit», vom jungen Alban Berg Lieder im spätromantischen Tonfall. Ein brillanter Einfall war es, die beiden 1907 und 1925 entstandenen Versionen des Lieds «Schließe mir die Augen beide» nach Theodor Storm nebeneinander zu stellen, denn so zeigt sich schockartig der durch die Preisgabe der Tonalität verursachte Bruch in Bergs Schaffen. Drei Titel aus den stilistisch schillernden «Brettl-Liedern» von ...

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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Max Nyffeler

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