Schmackhafte Pastetchen
Nino Rota (1911-1979) war einer der fruchtbarsten und erfolgreichsten Filmkomponisten seiner Zeit. Seine Musik für zahlreiche Filme von Fellini, Visconti, Zeffirelli, Clement sowie für Coppolas «Der Pate» kann großenteils auch außerhalb der Leinwand bestehen. Doch daneben hat der Schüler von Pizzetti und Casella auch etliche Symphonien, Konzerte und Opern geschrieben. Sein «Florentiner Strohhut» (1949) nach einem Schwank von Labiche gehört zum Repertoire der italienischen Opernhäuser.
«I due timidi» (Die beiden Schüchternen), 1949 als Radio-Oper für die RAI komponiert und drei Jahre später für die Bühne umgearbeitet, verlegt die alte Geschichte von den beiden Königskindern, die nicht zusammenkommen können, in die Vorstadt einer modernen Metropole. Es ist hier nicht das Wasser, das die beiden trennt, sondern ihre große Schüchternheit, die sie schließlich in die ungewollte Ehe mit jeweils anderem Partner führt.
Suso Cecchi d’Amico, als Drehbuchautor jahrzehntelang ein enger Mitarbeiter Luchino Viscontis, hat diesen selbst erfundenen Plot ganz aus dem Geiste Carlo Goldonis gestaltet und Rota den Text zu einer bekömmlichen Melange verarbeitet, in der Puccini, Tschaikowsky und ...
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Herr Domingo, Sie nehmen in diesen Wochen unter der Leitung von Antonio Pappano den kompletten «Tristan» auf – nach über vierzig Bühnenjahren und fast neunzig Opern-Gesamtaufnahmen. Was treibt einen Sänger, der es sich mit Konzerten und Galas viel leichter machen könnte, zur schwierigsten Partie des gesamten Tenorfachs?
Eben die besondere Herausforderung. Und die...
Eigentlich müssten die dunklen, ungreifbaren Ängste der Mélisande und ihres Schwagers Pelléas in Palermo, wo die ungreifbare Mafia herrscht, auf eine gewisse Seelenverwandtschaft treffen: Nichts ist gewiss, aber alle wissen es. Gewiss ist nur, dass der derzeit mächtigste Boss Bernardo Provenzano seit mehr als vierzig (!) Jahren unauffindbar ist, obwohl er in...
Von Antonín Dvoˇráks zehn Opern hat es mit «Rusalka» gerade mal eine ins internationale Repertoire geschafft. «Jakobín» («Der Jakobiner») dagegen blieb schon wegen seines ausgeprägt folkloristisch und parodistisch überwölbten ernsten Sujets ein Außenseiter, der auch den Komponisten dramaturgisch nicht überzeugte – weshalb Dvoˇrák Jahre nach der Uraufführung (1889)...
