«Gott helfe mir!»
Herr Domingo, Sie nehmen in diesen Wochen unter der Leitung von Antonio Pappano den kompletten «Tristan» auf – nach über vierzig Bühnenjahren und fast neunzig Opern-Gesamtaufnahmen. Was treibt einen Sänger, der es sich mit Konzerten und Galas viel leichter machen könnte, zur schwierigsten Partie des gesamten Tenorfachs?
Eben die besondere Herausforderung. Und die Liebe zur Rolle. Tristan ist die anspruchsvollste und gefährlichste Partie, die je für einen Tenor geschrieben wurde – und zugleich auch eine, der man kaum widerstehen kann.
Sie hat mich immer sehr gereizt, musikalisch und darstellerisch. Und ich war zweimal kurz davor, sie auch auf der Bühne zu singen. Ich hätte sie vor fünfzehn Jahren in Bayreuth singen können und vor acht Jahren an der Wiener Staatsoper. Aber ich habe mich dann dagegen entschieden, und ich denke nach wie vor, dass meine Entscheidung richtig war. Der Tristan hätte mit Sicherheit meine Karriere verkürzt. Dafür braucht man die Stimme und das Durchhaltevermögen eines echten Heldentenors, und das bin ich nun mal nicht. Ich bin ein Lirico spinto, ein Tenor, der sowohl lyrische als auch dramatische Partien singen kann. Lohengrin, Siegmund und Parsifal liegen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Von Antonín Dvoˇráks zehn Opern hat es mit «Rusalka» gerade mal eine ins internationale Repertoire geschafft. «Jakobín» («Der Jakobiner») dagegen blieb schon wegen seines ausgeprägt folkloristisch und parodistisch überwölbten ernsten Sujets ein Außenseiter, der auch den Komponisten dramaturgisch nicht überzeugte – weshalb Dvoˇrák Jahre nach der Uraufführung (1889)...
Joseph Merrick, den Elefantenmenschen, hat es gegen Ende des 19. Jahrhunderts wirklich gegeben. Er litt an einer genetisch bedingten Nervenkrankheit, die sein Äußeres derartig entstellte, dass er seinen Lebensunterhalt in den seinerzeit sehr populären Freakshows verdienen musste. Mit siebenundzwanzig Jahren ist er, wahrscheinlich aus freien Stücken, gestorben....
Ein gutes Jahr noch, dann gehen die alten Lotsen von Bord. Zum Ende der Spielzeit 2005/06 werden Sir Peter Jonas und Zubin Mehta Münchens Musiktheater-Flaggschiff an Christoph Albrecht und Kent Nagano übergeben. Was den designierten Generalmusikdirektor betrifft, scheint die Vorfreude schon jetzt hohe Wellen zu schlagen. Zwar war Bayerns Kapitale zu Naganos...
