Schlaglichter auf den Bühnenalltag

Mozart, Schubert, Verdi, Britten: Vier neue DVDs zeigen, wie die Zürcher Oper das Repertoire pflegt – und erweitert

Opernwelt - Logo

Für viele Opernfans ist die Zürcher Oper unter der Ägide von Alexander Pereira zum Fluchtpunkt ihrer Sehnsüchte geworden: Wo sonst hätte man die Möglichkeit, eine derartige Repertoirevielfalt (zumindest was die Opernliteratur vor 1930 betrifft) mit so luxuriösen Besetzungen, obendrein in vergleichsweise intimem Rahmen zu erleben? Und das auch noch in Inszenierungen, die in der Regel einen konsensfähigen Mittelweg zwischen großer Oper und modernem Musiktheater bieten. Kein Wunder, dass die DVD-Produzenten am Limmatquai Schlange stehen.

Bei verschiedenen Firmen ist mittlerweile ein beachtlicher Teil der Zürcher Neuproduktionen der letzten Jahre dokumentiert – Arthaus und TDK, aber auch die Branchenriesen Universal und EMI haben «Oper made in Zürich» im Programm. In gewisser Weise ersetzen diese meist aus drei, vier Abenden zusammengeschnittenen DVDs damit die illegalen Live-Mitschnitte früherer Zeiten und sind zwangsläufig eher Momentaufnahmen aus dem Repertoirealltag mit den üblichen Stärken und Schwächen als echte Referenzaufnahmen.
Auch der bei Arthaus veröffentlichte ­«Rigoletto» ist solch ein Beispiel für einen «normalen» Zürcher Opernabend. Im Zentrum steht mit Leo Nucci eine ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2008
Rubrik: DVDs, Seite 54
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
Weitere Beiträge
Hollywood war bloß ein Fünftel

Korn-Gold ist nun auch eine Farbe. Zwischen Ocker und Braun angesiedelt, wurde sie speziell für die Ausstellung «Die Korngolds. Klischee, Kritik und Komposition» entwickelt, mit der das Jüdische Museum Wien des vor fünfzig Jahren verstorbenen Komponisten Erich Wolfgang Korngold gedenkt – eines der Rätsel der Musikgeschichte: zuerst ungeheuer umschwärmt, dann...

Rampe ins Verderben

Verglichen mit Alberto Franchettis «Germania» und Vittorio Gnecchis «Cassandra» – Kirsten Harms‘ jüngsten Ausgrabungen an der Deutschen Oper Berlin – ist ­Eugen d’Alberts «Tiefland» geradezu ein Herzstück des Repertoires. Tatsächlich erwacht das 1903 uraufgeführte und 1905 zur gängigen Fassung überarbeitete Musikdrama nur sehr allmählich aus seinem...

Qualitätsarbeit

Reinhard Keisers für die Oper am Hamburger Gänsemarkt geschriebenes Opus über den «hochmütigen, gestürzten und wieder erhabenen Croesus» enthält genug action, um davon sechs Folgen einer Daily Soap zu bestreiten. Das 1711 uraufgeführte und 1730 überarbeitete Stück, das Opera North unter dem Titel «The Fortunes of King Croesus» derzeit als britische Erstaufführung...