Schillings: Mona Lisa

Braunschweig

Opernwelt - Logo

Das Lächeln der Mona Lisa, schon mehr als einmal hat man ihm erotische Motive unterstellt. So auch in Max von Schillings’ einstiger Erfolgsoper «Mona Lisa», die das Staatstheater Braunschweig in mustergültiger musikalischer Interpretation wieder hervorholte. Bewusst wurde der Nazi-Günstling hier in die Reihe der als «entartet» verstoßenen Komponis­ten von Korngold bis Ullmann gestellt, um die musikalische Nähe der ideologisch Geschiedenen aufzuzeigen.
Jonas Alber und das Staatsorchester bieten eine farbenreiche, den dynamischen Rahmen kraftvoll ausschöpfende ­Interpretation.

Fantastisch der boshaft wiegende Walzertakt, zu dem Francesco seine Frau Mona Lisa zwingt, während beide wissen, dass ihr Geliebter Giovanni im luftdichten Schmuckschrank eingeschlossen ist. Für den Bass­bariton Jan Zinkler ist dies prachtvolle Vorlage, um mit differenziertem Stimmeinsatz die sadistische Lust des Machtmenschen hinter der Maske hervorzupressen. Im eks­tatischen Triumph überzeugt er auch mit kraftvollen Tönen, während Alber die Szene zu einer Orchestereruption Wagner'schen Ausma­ßes steigert. Anna-Ka­tharina Behnke begeistert mit ihrem variablen, zu großem Crescendo fähigen Sopran, dem sie auf ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2005
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 52
von Andreas Berger

Vergriffen
Weitere Beiträge
Kalauer - arios eingefasst

H(einz) K(arl) Gruber, der arrivierteste Unterhaltungskünstler unter Österreichs Komponisten, mit einer Oper nach einem Text von H. C. Artmann, dem Sprachvirtuosen par excellence – eigentlich eine exquisite Konstellation! Grubers Komponieren entzieht sich der Einordnung. Anleihen beim Jazz, Chansons oder avantgardis­tische Geräuscheskapaden, mal in simpler Melodik,...

Oper als kultureller Brennpunkt

Monsieur Foccroulle, wenn Sie die dreizehn Jahre Ihrer Intendanz am Théâtre La Monnaie Revue passieren lassen – was war für Sie die wichtigste Erfahrung dieser Zeit?
Zweifellos die Uraufführung neuer Stü­cke. Die Entstehung eines Werks von der ersten Idee bis zur Bühnenreife zu begleiten, der Dialog mit Komponisten, Lib­rettisten und Regisseuren über etwas, das nie...

Monteux' Ruhe und Toscaninis Furor

Die 1956 von der Firma RCA in Rom produzierte Aufnahme von «La traviata» hat auf dem deutschen Markt von Anfang an nur eine marginale Rolle gespielt, verschwand dann im Stereo-Zeitalter gänzlich aus dem Katalog und wird erst jetzt, fünfzig Jahre später, auf CD neu aufgelegt. Ein merkwürdiger Fall, denn es handelt sich um die beste Studio-Einspielung des Werkes aus...