Sabine Henze-Döhring: Markgräfin Wilhelmine und die Bayreuther Hofmusik

Sabine Henze-Döhring beleuchtet die Bayreuther Hofmusik der Markgräfin Wilhelmine

Opernwelt - Logo



Rund zwanzig Jahre lang blühte im barocken Bayreuth die Hofmusik. 1737 wurden die ersten Musiker verpflichtet, 1756 marschierte Friedrich II. in Sachsen ein, der Siebenjährige Krieg begann. Zwei Jahre später starb Wilhelmine, seine Schwester: jene Frau, der der Aufschwung in der markgräflichen Provinz zu verdanken ist. In ihrem neuen Buch beleuchtet Sabine Henze-Döhring diese Blütezeit. Es ist ein überaus anschauliches Buch geworden, nicht nur weil zahlreiche Gemälde, Bühnenbildentwürfe, Drucke und Zeittafeln abgebildet sind.

Alle Briefzitate von Wilhelmines Korrespondenz (heute zumeist im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz) werden in den Fußnoten auch original zitiert, so dass man sich ein Bild vom eigenwilligen Französisch machen kann, in dem damals zwischen Bayreuth und Berlin parliert wurde. Wichtiger noch: Henze-Döhring räumt auf mit mancher lieb gewordenen Verklärung und Vereinfachung. Sie tut das keineswegs desavouierend, aber mit dem historiografischen Anspruch zu klären, was sich noch klären lässt.

Das lange Zeit Wilhelmine zugeschriebene (und mehrfach aufgenommene) Cembalo-Konzert in g-moll zum Beispiel stammt von Johann Gotthilf Jänichen, wie anhand neuer ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2010
Rubrik: Medien/Bücher, Seite 28
von Stephan Mösch

Vergriffen
Weitere Beiträge
Neues aus der «opernwelt»

In Darmstadt wurde Orffs «Gisei» aus dem Jahre 1913 uraufgeführt - Anmerkungen zu diesem «jugendlichen Schiffbruch», wie Orff selbst sein Frühwerk bezeichnete, finden Sie hier.

Kein Blatt vor den Mund nahm Bernd Loebe, Intendant in Frankfurt, im Interview. Einige Highlights finden Sie hier.

Israel und das Westjordanland besuchte Opernwelt-Redakteur Albrecht...

Familienbetrieb mit Oberhaupt

Herr Loebe, die ersten fünf Frankfurter Premieren in Ihrer Verantwortung waren Schuberts «Fierrabras», Brittens «The Turn of the Screw», Schrekers «Schatzgräber», Strauss’ «Frau ohne Schatten» und «Walzertraum» von Oscar Straus. Das Publikum hat diesen Mut offenbar honoriert. Wie haben Sie die Wende geschafft?
Wenn es kritisch wird, ist die Flucht nach vorn das...

Sinn und Sinnlichkeit

Der Applaus zu Beginn ist so intensiv, dass sofort spürbar wird: Hier kehrt einer zurück, der in bester Erinnerung ist. Kein Wunder: Während seiner Zeit als Chefdirigent der Amsterdamer Oper und des Nederlands Philharmonisch Orkest hatte Hartmut Haenchen den ersten szenischen «Ring des Nibelungen» in den Niederlanden aufgeführt – und zwar «authentisch», das heißt,...