Familienbetrieb mit Oberhaupt
Herr Loebe, die ersten fünf Frankfurter Premieren in Ihrer Verantwortung waren Schuberts «Fierrabras», Brittens «The Turn of the Screw», Schrekers «Schatzgräber», Strauss’ «Frau ohne Schatten» und «Walzertraum» von Oscar Straus. Das Publikum hat diesen Mut offenbar honoriert. Wie haben Sie die Wende geschafft?
Wenn es kritisch wird, ist die Flucht nach vorn das Beste. Nach elf Jahren am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel hatte ich so ein bisschen das Image des Gesangsfetischisten oder Belcanto-Freaks weg – nach dem Motto: in Schönheit sterben.
In Brüssel wurde das, was man in Deutschland unter Musiktheater versteht, ja nur maßvoll praktiziert. Trotzdem haben Regisseure wie Klaus Michael Grüber, Luc Bondy, Willy Decker, die Herrmanns oder Christof Loy, der damals gerade anfing, dort wichtige und wegweisende Produktionen bestritten. Die Entwicklungen in Frankfurt habe ich natürlich aus der Ferne beobachtet – ich bin ja in dieser Stadt aufgewachsen. Als ich dann die Leitung des Hauses übernommen hatte, habe ich zunächst gesagt: Ihr müsst mehr Premieren machen. Da waren die Mitarbeiter zuerst einmal irritiert. Umso mehr, als der erste Spielplan herauskam und der eine oder andere ...
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Tannhäuser hat es zu etwas gebracht. Herrschaftlich ist die teure Halle des Anwesens, das Kasper Bech Holten schon zur Ouvertüre präsentiert. Scharen von Dienstboten treffen unter den wachsamen Augen von Hausherrin Elisabeth Vorbereitungen für das angesetzte Sängerfest. Sie zählen Tischtücher, und sie polieren Gläser, während der Künstler an seinem Schreibtisch auf...
Herr Gerhaher, wo haben Sie den ersten Vormittag in diesem Jahr verbracht?
(schmunzelnd) Ich weiß, worauf Sie hinauswollen. Nein, nicht im Großen Musikvereinssaal in Wien. Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker habe ich mir auch nicht im Fernsehen angesehen. Ich bin kein Freund dieses Events; man muss jedem Menschen solche Idiosynkrasien zugestehen.
Was stört...
Dieses Album verdient Respekt. Ein Programm mit Liedern in sechs Sprachen und einer stilistischen Bandbreite vorzulegen, die von Mozart und Schubert über Fauré und Wolf bis zu Poulenc und Strauss reicht, ist kein bequemer Weg, um sich als Sängerin zu profilieren. Und er ist auch dann nicht bequem, wenn man eine so schöne Stimme besitzt wie Measha Brueggergosman:...
