Rocky Magic Picture Show

Verdi: Falstaff Genf / Grand Théâtre

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«L’amore metamòrfosa l’uomo in una ­bestia» – «Die Liebe verwandelt den Menschen in eine Bestie»: Falstaffs Selbsterkenntnis aus dem dritten Akt könnte ein Motto für die Deutung sein, mit der sich Lukas Hemleb an Boitos und Verdis schwarzer Komödie versucht hat. Ein einziges Element steht auf Alexander Polzins Bühne: ein haushoher, erratischer Felsbrocken, dessen verschiedene Öffnungen nur zum Teil das Resultat zivilisatorischer Eingriffe zu sein scheinen, der am Ende aber auch Assoziationen zur «großen Eiche Herne» erlaubt.

So bleibt viel Raum für die selbstverliebten, aber auch angsterfüllten Bewegungen der mit ihren unterdrückten Wünschen hadernden Figuren – Andrea Schmidt-Futterer hat ihnen ausdrucksstarke Kostüme auf den Leib geschneidert, die nicht zuletzt jedem der «Lustigen Weiber von Windsor» ­einen eigenen Charakter geben.

Dennoch findet die Inszenierung nur selten zu zwingenden Bildern. Bei aller tänzerischen Eleganz der Bewegungen bleibt zu vieles vordergründig-komödiantisch. Wenn in der Exorzismus-Szene des letzten Bildes der Firnis der Zivilisation abblättert, fokussiert Hemleb auf eine schrille «Rocky Magic Picture Show» um den als Clown ­typisierten Falstaff. Immer ...

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Opernwelt August 2016
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Anselm Gerhard

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