Ringen um Rossini
Ob der ernste oder der halbernste – Rossini gilt in erster Linie als Sängerfutter. Deshalb geben sich Intendanten und Impresari meist damit zufrieden, um ein paar Vokal-Stars herum dekorative Arrangements zu schaffen. Zu selten werden die szenischen Herausforderungen, die in den Stücken stecken, von Regisseuren angenommen. In Pesaro bot vor zwei Jahren die Aufführung des vollständigen «Guillaume Tell» dem Tenor Juan Diego Flórez Gelegenheit, als Arnold vom lyrischen ins heroische Belcanto-Fach zu wechseln.
Er sollte die Erwartungen nicht enttäuschen, lieferte die erhoffte Brillanz, auch wenn er als Darsteller kaum Profil gewinnen konnte. Der englische Regisseur Graham Vick nimmt seine Arbeit nämlich erst im zweiten Bild des dritten Akts (Gesslers Fest in Altdorf) erkennbar auf. Da gelingt ihm eine fulminante satirische Darstellung einer Terror-Herrschaft, in der auch die handlungsbezogene Choreografie Ron Howells endlich Fahrt aufnimmt. Was davor und danach auf fast leerer Bühne geschieht, ist über weite Strecken ödes Herumgestehe und Herumgehopse.
Marina Rebeka ist eine maskenhaft starre, gesanglich kühle Mathilde, die Eidgenossen bleiben Pappkameraden. Nur Nicola Alaimo in der ...
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Opernwelt September/Oktober 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 42
von Ekkehard Pluta
Man sagt ja, Kriminelle kehren immer an den Ort ihres Verbrechens zurück. Wie jemand so blöd sein kann, war mir zwar immer schleierhaft. Aber es stimmt. Gilt auch für mich. Das muss ich jetzt einsehen. Offenbar ist mein krimineller Instinkt bloß ein bisschen lahm – ich habe mir 24 Jahre Zeit gelassen, bevor ich wieder in Aix aufschlug.
Als wir 1991 mit Brittens...
Abschied
Er war zunächst Autolackierer und besaß einen eigenen Betrieb in seiner Heimatstadt Graz, bevor er sich 1960 zu einem Gesangsstudium entschloss und bereits vier Jahre später als Graf Almaviva in Rossinis «Barbier von Sevilla» debütierte. Von 1967 bis 1969 war Josef Hopferwieser am Opernhaus Essen engagiert, dann von 1969 bis 1973 festes Ensemblemitglied der...
Wie ein Meeresarm liegt er da, der Sankt-Lorenz-Strom, mehr als ein Kilometer sind es von Ufer zu Ufer. Ein erhabener Anblick. Und ein Gegenbild zu den monotonen Wald- und Agrarlandschaften, die der Highway von Montréal durchmisst. Erst auf dem Pont Pierre-Laporte wird uns so richtig bewusst, dass Québec am großen Wasser liegt: schon vor den Toren der Stadt ein...
