Prokofjew: L'Amour des trois Oranges

Amsterdam

Opernwelt - Logo

Das häufige Erscheinen in den Spielplänen und die Beliebtheit von Sergej Prokofjews «Liebe zu den drei Orangen» beweist, wie groß das Bedürfnis nach Opernheiterkeit ist. Diesem Verlangen kommt das Stück in vier Akten und zehn Bildern nebst Prolog perfekt nach. Buffawitz, Ironie, turbulente Vorgänge, Tempo, Spontaneität beherrschen die Bühne. Nur keine Psychologie, bitte, keine langen Arien und ausgedehnte Ensembles: Fasse dich kurz – der einstige Telefonhäuschenappell hat hier unverändert Gültigkeit.


Auch in der Amsterdamer Inszenierung von Laurent Pelly läuft alles wie am Schnürchen ab. Das im Libretto imaginierte Kartenspiel wird wörtlich genommen: Schnelles Mischen, Ausspielen, Ramschen, Kassieren und wieder Mischen sind angesagt. Spielkarten in allen Größen umstellen die Szene, Kartenhäuser werden aufgebaut und krachen wieder zusammen. Der Mensch mitten drin: eine kleine Pik-Sieben oder ein Herzbube – wie der Prinz, der nicht lachen kann, dann doch lacht und als Belohnung eine hübsche Prinzessin heimführen darf. Laurent Pelly ist ein Regisseur der schnellen, leichten, dabei unerhört präzisen Hand. Er weiß Pointen zu setzen, in Bewegung, Mimik, Gestik. Immer ist Spaß auf Pellys ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2005
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 52
von Gerhard Rohde

Vergriffen
Weitere Beiträge
Liebe auf den dritten Blick

Frau Barcellona, haben Sie Oper in Ihren Genen?
Nicht unbedingt. Zwar sagt man uns Italienern das im Allgemeinen nach, doch ich fühlte mich nicht zur Sängerin geboren, wollte zunächst etwas anderes machen, etwas, das mit Sprachen zu tun hat. Freilich  hat man in meiner Familie die klassische Musik immer schon geliebt. Meine Eltern hörten sich Opern­übertragungen im...

Puccini: Tosca

Diese Oper ist nicht unterzukriegen, nicht von prasselndem Regen, nicht von schimpfenden Vögeln, erst recht nicht von der Tatsache, dass der große ehemalige Reitstall von Gut Immling über ein zwar breites Portal, aber weder über Schnürboden noch über Seitenbühnen oder andere Technik verfügt. So hat Ve­rena von Kerssenbrock nicht nur schöne, Historie und Moderne...

Bibbern, Beten und andere Seelentöne

Auf der Grundlage einer privaten Sammlung historischer Gesangsaufnahmen hat Hänss­ler CLASSIC jetzt eine neue Reihe unter dem simplen, aber zutreffenden Titel «Living Voices» gestartet. Auf den ersten Blick erscheint die Auswahl der Sänger nicht besonders interessant, handelt es sich doch fast durchweg um die ganz großen Namen, die auf CD auch anderswo schon...