Probelauf in Rom
Lang ist es her, dass Kirill Petrenko mit seinem spektakulären «Ring» an vier Tagen, 2001 im thüringischen Meiningen, die Basis für seine internationale Karriere gelegt hat. Zu lang, mag sich der Dirigent, bekanntermaßen ein Genauigkeitsfanatiker par excellence, gedacht haben, um ohne Weiteres den Grünen Hügel in Angriff zu nehmen, wo der nunmehr 40-Jährige im Sommer sein Debüt mit Wagners «Ring» geben wird.
Also schaltete Petrenko als persönlichen Zwischen-Check eine konzertante Aufführung des «Rheingold» in Rom ein – und bewies, dass er bestens gerüstet ist für die Mammutaufgabe in Bayreuth.
Nicht mehr Proben als für jedes Sinfoniekonzert hatte er für seine konzertante Aufführung, aber sie müssen höchst effizient gewesen sein. Das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia zeigte nicht nur, welches hervorragende Niveau es unter seinem Chefdirigenten Antonio Pappano inzwischen erreicht hat, sondern wie reaktionsschnell es auch mit einer ungewohnten (Opern-)Aufgabe zurechtkommt. Nur wenige Wackler, dafür geschmeidige Streicher und durchgehend exzellente Leistungen der Solobläser wie der gesamten Blechbläsergruppe.
Petrenko hielt die Musiker am straffen Zügel, ...
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Opernwelt April 2013
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Michael Horst
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