Pountneys Pakete
Abseits des Hauptstadtgeschehens um Covent Garden und English National Opera wird das Operndasein im Vereinten Königreich vom Tourneebetrieb bestimmt. Die Welsh National Opera bildet da keine Ausnahme. David Pountney leitet die Geschicke der walisischen Kompanie seit 2011. Sein bescheidenes Büro im Wales Millenium Centre von Cardiff – kein Vergleich zu dem luftigen Zimmer mit Seeblick bei den Bregenzer Festspielen, in dem er dieses Jahr zum letzten Mal sitzt – ist bezeichnend für den Stellenwert, den Oper derzeit in Großbritannien «genießt».
Die 1945 gegründete WNO konnte sich zwar kräftig mausern, als die Künste auch auf der Insel noch großzügiger subventioniert wurden. Heute ist die Lage schwierig. Und Pountney rechnet damit, dass es eher noch schlechter wird.
Deutsche Opernhäuser können sich vor Ort eine loyale Fangemeinde aufbauen. Eine Reisekompanie wie die WNO kann das nicht. Sie muss immer wieder eine überschaubare Gruppe der Opern-Enthusiasten in ihre Gastspielstätten locken. Mehr noch: Sie muss ihr Publikum möglichst dazu bewegen, Karten für alle Produktionen zu kaufen, die sie im Gepäck hat. Statt auf Treue muss man sich auf Qualität als Lockstoff verlassen, müssen ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Tom Sutcliffe
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
– Händel, Alcina: 6. (P), 12., 17., 21., 27.4.; 9., 11., 24., 31.5.; 20.6.
ML: Halász, I: Pataki, B: Börnsen, K:...
Mitte der achtziger Jahre. Carl Dahlhaus, der Berliner Ordinarius für Musikwissenschaft, war schon sehr krank, und seine Vorlesungen mussten immer wieder ausfallen. Da sprang ein nicht mehr ganz junger, aber dynamisch wirkender Mann ein, von dem wir Studenten wussten, dass er eigentlich Dirigent war, aus der DDR kam und seit Kurzem in Wuppertal als GMD wirkte....
Giulio Caccinis «L’Euridice» entstammt jenen Tagen, als die Oper noch in den Kinderschuhen steckte, ja nicht einmal ihren Namen gefunden hatte. Die Florentiner Camerata, ein Zirkel aus Künstlern und Gelehrten, verfolgte Ende des 16. Jahrhunderts das Ziel, Musik und Dichtung in einem szenischen Gesamtkunstwerk zu vereinen und so das Theater der Antike...
