Phantom der Oper
Vom Hellen ins Dunkle führen viele Wege. Das wussten nicht nur die Dichter der (deutschen) Romantik. Aber vielleicht waren sie, im frühen 19. Jahrhundert, die ersten, die der amorphe Zauber der Finsternis mehr bewegte als das Licht der ordnenden Vernunft. Ihre Märchen und Novellen, ihre Romane und Verse kreisen vor allem um das Abgründige, Geheimnisvolle, Unerklärliche – in sprachmächtigen Bildern, die «die unendlich schöpferische Musik des Weltalls» (Novalis) gegen die Zumutungen eines durchrationalisierten Lebens verteidigen.
Bei Eichendorff, dessen Todestag sich unlängst zum 150. Mal jährte, schwingt in jeder Zeile die Trauer über die Entzauberung der Welt durch Wissenschaft und Technik mit, das tiefe Unbehagen an einer Zivilisation, in der die Natur zur «einförmigen Maschine erniedrigt worden» sei. Brentano, Chamisso, Hölderlin, Tieck – sie einte, über alle Unterschiede hinweg, die skeptische Distanz zum «stahlharten Gehäuse» der Moderne (Max Weber).
Mit dem «grauen Licht der gewöhnlichen Aufklärung» (Rüdiger Safranski) hatte auch E. T. A. Hoffmann seine liebe Not – gewiss der schwärzeste Poet eines fortschrittskritischen Bewusstseins, das der dürren, zweckrational ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wer bis vor Kurzem die Leipziger Oper besuchen wollte, stand vor verschlossenen Türen. Nicht theatrale Heroen und musikalische Helden, sondern solide Handwerker und künstlerisch begabte Innenausstatter brachten das Haus auf Trab (Kosten: 9,3 Millionen Euro). Jetzt erstrahlt es in neuem Glanz, mit aufgehübschten Wandfliesen aus feinstem Meißner Porzellan, hellerer...
Verglichen mit Alberto Franchettis «Germania» und Vittorio Gnecchis «Cassandra» – Kirsten Harms‘ jüngsten Ausgrabungen an der Deutschen Oper Berlin – ist Eugen d’Alberts «Tiefland» geradezu ein Herzstück des Repertoires. Tatsächlich erwacht das 1903 uraufgeführte und 1905 zur gängigen Fassung überarbeitete Musikdrama nur sehr allmählich aus seinem...
Topografisch gesehen ist Sydney kaum zu übertreffen. Die Stadt an der Ostküste bietet alles, was das Herz urbaner Nomaden begehrt: das Flair einer dynamischen Metropole, deren himmelstürmende Business-Türme von einer boomenden Wirtschaft künden; den Reiz eines verdichteten Lebensraums am Wasser, das in Gestalt einer weitläufig verästelten Bucht tief ins Land...
