Opernplunder und Musiktheater
Die Expansion des DVD-Marktes hat bei den großen Opernhäusern (und nicht nur bei den großen) einen oftmals wenig selbstkritischen Veröffentlichungseifer freigesetzt. Da wird manches für die Ewigkeit konserviert, was den Ruhm des Instituts nicht mehrt, vielmehr dazu angetan ist, gewachsene Legenden zu zerstören.
Drastisches Beispiel: Die Mailänder Scala und ihre Inaugurazione 2003 mit Rossinis «Moïse et Pharaon». Das Filmdokument bietet hier nicht mehr als einen weiteren Beleg für die Prima-la-musica-Diktatur in der viel zu langen Ära Riccardo Mutis.
Auch wenn diese Oper Züge eines szenischen Oratoriums trägt, eine gewisse Statuarik also vorgegeben ist, muss man die Arrangements von Luca Ronconi als einen Triumph der Einfallslosigkeit ansehen (was ebenso für die zwanzigminütige Balletteinlage im dritten Akt gilt). Pappmaché-Figuren wandeln durch die Szenerie Gianni Quarantas, die Wüste und Rotes Meer in den einheitlichen Bühnenrahmen eines mit Barockelementen verzierten gotischen Domes zwängt. Diese Verschachtelung soll offensichtlich eine Analogie zur Judenverfolgung durch die Ägypter/Holocaust durch die Christen suggerieren.
Muti lässt in Mailand nicht die italienische ...
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Man könnte sie als eine Ikone des «Musiktheaters» bezeichnen: Als 1961 der Bremer Schünemann-Verlag den berühmt gewordenen Band dieses Titels herausgab, entschieden sich dessen Verfasser, Siegfried Melchinger und Walter Felsenstein, für ein Titelbild mit dem Foto von Melitta Muszely als Violetta. Und unterstrichen damit die Bedeutung, die von dieser Sängerin für...
Opern von Richard Strauss gelangen in den letzten zehn Jahren in Regensburg szenisch mit wechselndem, musikalisch hingegen durchgehend mit gutem Erfolg. Nach «Intermezzo», «Elektra», «Salome», «Ariadne auf Naxos» und «Rosenkavalier» folgte nun «Arabella», die szenisch wie musikalisch in einem Maße gelang, wie es für eine Bühne dieser Größe nicht alltäglich ist.
Haus...
Das Internet spricht eine deutliche Sprache. Wer sich ein paar Tage nach dem Tod von Birgit Nilsson und Anna Moffo etwa auf der Seite www.youtube.com einklickte, der fand dort nicht nur wunderbare Videoclips diverser lange verstummter Belcanto-Größen von Ettore Bastianini bis Zinka Milanov, sondern ebenso von trauernden Fans frisch hineingestellte TV-Ausschnitte...
