Spitzentöne aus der Pappkulisse
Das Internet spricht eine deutliche Sprache. Wer sich ein paar Tage nach dem Tod von Birgit Nilsson und Anna Moffo etwa auf der Seite www.youtube.com einklickte, der fand dort nicht nur wunderbare Videoclips diverser lange verstummter Belcanto-Größen von Ettore Bastianini bis Zinka Milanov, sondern ebenso von trauernden Fans frisch hineingestellte TV-Ausschnitte mit den eben entschlummerten Diven. Denn das Auge isst bekanntlich mit.
Natürlich sind Moffo wie Nilsson akustisch gut und greifbar dokumentiert, doch sind wir schließlich alle Voyeure, und gerade bei der Moffo war die äußere Erscheinung mindestens ebenso Teil des Primadonnen-Gesamtkunstwerks wie die vokale Grundausstattung. Auch die Nilsson hat ihre optisch eindrucksvollen Momente. Und je länger die Glanzzeit der Vokalstars zurückliegt, desto ephemerer werden sie jenseits ihres CD-Erbes als Persönlichkeiten für nachwachsende Opernfans, die nicht erst bei Bartoli, Fleming, Netrebko & Co einsteigen wollen.
Inzwischen trägt dem – ähnlich wie bei den mehr oder weniger legalen historischen Aufnahmen – ein wachsender DVD-Markt mit historischem Film- und TV-Material Rechnung. Markführer sind dabei die von Codaex nach und nach ...
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