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Bereits Felix Weingartner, vor gut hundert Jahren der wohl leidenschaftlichste Vorkämpfer für Berlioz’ «Benvenuto Cellini», war sich über die Schwierigkeiten dieser Oper vollauf im Klaren: «Cellini» brauche eine angemessene Aufführung nötiger als irgendein anderes Meisterwerk, schrieb der ehemalige Generalmusikdirektor der Wiener und Berliner Hofoper 1912, und...
Die Stärken der Aufführung liegen auf musikalischer Seite. Man spielt im Wesentlichen die Fassung von 1872 plus Basilius-Kathedralen-Bild von 1869 in deutscher Übersetzung von Max Hube. GMD Golo Berg gelingt es in einer klangsuggestiven, straffen, gleichwohl poetischen Lesart, den Balanceakt zwischen Archaik und Moderne hörbar zu machen, der Mussorgskys «Boris...
Wenn die Unterwelt ihre Furien ausspuckt, die Erde zittert und der Himmel grollt, dann hat die Musik ihren großen Auftritt. Sie erledigt solche Ereignisse in wenigen Takten, meist sogar in wenigen Sekunden. Doch solche Sekunden haben es in sich. Da sackt plötzlich jede metrische Ordnung weg, und die Streichinstrumente donnern wuchtig, als wollten sie den Schlägen...
