Karnevalsstimmung

Roger Norrington lässt «Benvenuto Cellini» tollkühn aufschneiden

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Bereits Felix Weingartner, vor gut hundert Jahren der wohl leidenschaftlichste Vorkämpfer für Berlioz’ «Benvenuto Cellini», war sich über die Schwierigkeiten dieser Oper vollauf im Klaren: «Cellini» brauche eine angemessene Aufführung nötiger als irgendein anderes Meisterwerk, schrieb der ehemalige Generalmusikdirektor der Wiener und Berliner Hofoper 1912, und zählte auch gleich die größten Probleme auf: «Die Oper ist leicht in ihren Einzelheiten, aber außerordentlich schwer im Ensemble. Sie braucht richtige Belcantosänger.

Die lyrischen Tenöre mit heldenhaftem Charakter in Stimme und Darstellung, wie sie die Titelrolle erfordert, sind nicht leicht zu finden.» Ansprüche, die offenbar heute noch genauso abschrecken wie zu Weingartners Zeit, die aber auch ein hohes Qualitätsniveau garantieren: Wer sich für diese Oper einsetzt, muss das zwangsläufig voll und ganz tun.
In der Einspielung Roger Norringtons herrscht, wie schon bei Sir Colin Davis (Philips) und John Nelson (Virgin), in keinem Takt Routine: Das vibratofreie Spiel, das Norrington den Streichern seines Stuttgarter Orchesters abfordert, erzwingt Präzision und sorgt dafür, dass die oft komödiantisch überzeichnenden ...

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Opernwelt März 2007
Rubrik: CDs, Seite 55
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
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