Ohne Nachhall
Endlich wieder eine Uraufführung auf der Hauptbühne des Gran Teatre del Liceu in Barcelona; die letzte, Joan Guinjoans Oper «Gaudí», liegt fast 15 Jahre zurück (siehe OW 1/2005). «L’enigma di Lea» von Benet Casablancas, 1956 geboren, Katalane und Schüler unter anderem von Friedrich Cerha, wurde 2011 vom damaligen Künstlerischen Leiter Joan Matabosch in Auftrag gegeben; so geht der Publikumserfolg nicht aufs Konto von Christina Scheppelmann, die seit 2015 als Artistic Director fungiert.
Zugleich ist sie nicht haftbar zu machen für die abgehangene Klangsprache und kompositorische Konvention von Casablancas’ Opernerstling. Scheppelmann verlässt das Haus diesen Herbst – unfreiwillig.
Nach den Unabhängigkeitsbestrebungen, die 2017 in ein illegales Referendum mündeten, scheint es Anfang 2019 zwar etwas ruhiger in Katalonien zu sein, doch das Land bleibt zweigeteilt. Die Nationalisten sind in jeder Hinsicht präsent; in der Kulturpolitik setzt man lieber auf Einheimische als Experten. Der Generalmanager des Liceu, Valentí Oviedo, noch nicht ein Jahr im Amt, hat als Scheppelmanns Nachfolger jüngst den Manager des Konzerthauses Palau in Barcelona bestellt, Víctor García de Gomar. Wie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2019
Rubrik: Panorama, Seite 31
von Götz Thieme
Filmmusikkomponisten genießen in der Klassikwelt einen durchwachsenen Ruf. Misstrauen regt sich erst recht, wenn sie ihr Genre verlassen. In der Tat kann das ins Auge gehen, wie unlängst in London, als Lucas Cantor aus musikalischen Partikeln, die ein Smartphone-Programm aus diversen Schubert-Kompositionen destilliert hatte, die zwei fehlenden Sätze zu dessen...
Leisten wir uns ruhig mal ein bisschen Name-Dropping. Das Stück hat es verdient. Gustav Mahler dirigierte «Dalibor» als Antrittspremiere an der Wiener Hofoper. 1897 war das – und gewiss kein Zufall. Die Titelpartie sang Hermann Winkelmann, jener Tenor, den Richard Wagner sich als ersten Parsifal nach Bayreuth geholt hatte. Schon vor Mahler hatte sich Münchens...
«Celan» (1998/99), «Hölderlin» (2008) und «Benjamin» (2015/16) heißen die drei Musiktheaterwerke, die Peter Ruzicka bisher vorgelegt hat und aus deren jeweiligen Klang- wie Denk-Konstellationen er späterhin auch namensentsprechende «Symphonien» destilliert hat, darunter die Ende März 2018 vom hr-Symphonieorchester unter Leitung des Komponisten uraufgeführte...
