Nie ein Ganzes
Ein Ganzes sollte dieser «Karl V.» werden, geschaffen aus der Sehnsucht, dass alles noch mal ganz und heil werde. Als Ernst Křenek 1929 auf Wunsch des Wiener Staatsoperndirektors Clemens Krauss mit der Konzeption begann, hatte der Nationalsozialismus längst Sympathisanten auch in Österreich. Ein Remedium gegen den Nationalismus sah Křenek in der übernationalen Idee des alten Habsburgerreichs, dessen Erbe für ihn Österreich sein konnte.
Deshalb wandte er sich der Biografie des Habsburger-Kaisers zu, dem die Einheit des Heiligen Römischen Reichs unter den Händen zerbrochen war: Karl V., der im 16. Jahrhundert vergeblich versucht hatte, die Reformation und die damit verbundenen frühnationalistischen Bestrebungen einzubinden und sich ins Kloster zurückzog, als er einsehen musste, dabei gescheitert zu sein. Für die musikalische Einheit sollte die Zwölftontechnik sorgen, die Křenek erst kurz zuvor für sich entdeckt hatte. Weil das Ganze hier aus einer einzigen Reihe entsteht, sah er in ihr eine kühne Analogie zum politischen Entwurf einer Einheit in der Vielfalt und Ordnung in der Freiheit. Dramaturgisch schließlich versuchte Křenek ein Ganzes zu erzielen, indem er sein «Bühnenwerk mit ...
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Opernwelt April 2019
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Michael Stallknecht
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Ich gestehe es freimütig: Ich liebe Schnittchen. Aber nicht diese luxuriösen Exemplare, die bei Premierenfeiern und anderen vergleichbaren repräsentativen Empfängen herumgereicht werden. Ich meine Schnittchen in Reinkultur. Da, wo ich herkomme, nennt man sie Bütterken. Am liebsten mag ich die mit Gouda. Über ein echtes Käse-Bütterken, wie ich es allmorgens auch...
