Neue Stimmen
Zu den beglückendsten Erfahrungen in die Jahre gekommener Musikliebhaber gehört die Begegnung mit jungen Künstlerinnen und Künstlern, die ihre Kinder oder Enkel sein könnten. Die Norwegerin Mari Eriksmoen hat sich mit ihren Mozart-Auftritten im Theater an der Wien und beim Festival in Aix-en-Provence bereits einen Namen gemacht; in René Jacobs’ Einspielung der «Entführung» (siehe OW 12/2015) singt sie eine muntere Blonde.
Jetzt legt sie, gemeinsam mit dem Pianisten Alphonse Cemin, ihre erste Solo-CD vor, die mit 47 Minuten Spieldauer zwar kurz bemessen ist, aber interpretatorisch überzeugt. Ihr technisch perfekt geführter, kristallklarer Sopran verfügt über individuelle Stimmfarben und ein tragendes Legato. So schnippisch verschmitzt – und dazu in exzellentem Deutsch! – hat man die selbstbewussten Liebeslieder aus Hugo Wolfs «Italienischem Liederbuch», so abgründig ironisch die preziöse Anakreontik der beiden Goethe-Lieder «Die Spröde» und «Die Bekehrte» kaum je gehört. Und geradezu emphatisch begrüßt Eriksmoen den Frühling in Wolfs Vertonung von Mörikes Gedicht «Er ist’s». Auch in den Naturimpressionen ihrer Landsleute Edvard Grieg und der hierzulande kaum bekannten Agathe ...
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Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 30
von Uwe Schweikert
Wie ein Sonnenstrahl gleißt das hohe C, als Rodolfo in «Che gelida manina» von «speranza», von der Hoffnung spricht. Hell glänzt auch das der Arie «Salut! Demeure chaste et pure», in der Faust Marguerites Heim als Wohnsitz einer holden Seele bestaunt. Ja, in der Höhe hat Saimir Pirgu Flügel. Und jenen «giovanile ardore», die jugendliche Glut, die Alfredo in «O mio...
In Osnabrück ist der «Lohengrin» Stadtgespräch. Kein Zweifel, das kleine Stadttheater hat Wagners Oper bravourös gestemmt. Schon logistisch ist der Abend beeindruckend. Weil der Graben nicht ausreicht, ist das Orchester auf die Hinterbühne verbannt, und der auf 63 Sängerinnen und Sänger erweiterte Chor wird meist an die Seiten abgedrängt, ohne darum steif zu...
JUBILARE
Ingeborg Hallstein kam 1936 in München zur Welt und erhielt ersten Gesangsunterricht bei ihrer Mutter, der Sopranistin und Gesangspädagogin Elisabeth Hallstein. Nach weiterem Gesangs- und Schauspielunterricht debütierte sie 1958 in Passau als Musette in Puccinis «La Bohème». Es folgten Engagements am Theater Basel und am Münchner Gärtnerplatztheater, bevor...
