Nachtgedanken, Abschiedsstimmungen

Lieder von Richard Strauss und seinen Zeitgenossen Hans Pfitzner, Gustav Mahler, Rudi Stephan, Erich J. Wolff und Dora Pejacevic

Opernwelt - Logo

«Die deutsche Sopranistin Anne Schwanewilms zählt zu den größten Strauss- und Wagner-Interpretinnen der heutigen Zeit» – so tönt es nicht nur im Booklet des «Orfeo»-Recitals, das die «Vier letzten Lieder» von Strauss mit Auszügen aus einigen seiner Opern verbindet, sondern auch auf der Home-page der Sängerin. Solche Superlative gehören heute zum Musik-Business, aber man fragt sich unwillkürlich: «Hat sie das nötig?». Anne Schwanewilms bietet interpretatorisch keine wesentlich neuen Einsichten.

Ihre organisch entwickelte leuchtende Höhe ist eine Freude, aber der Gestaltung fehlt das Eigene, Unverwechselbare. Auch gelingt es der Sängerin kaum, die vertonten Texte (immerhin Dichtungen von Eichendorff, Hesse und Hofmannsthal) gegenüber dem klangschwelgerischen Komponisten ins Recht zu setzen. Wobei Markus Stenz und das Gürzenich-Orchester die Schwelgerei weitgehend ausblenden, vielleicht aus Angst vor Kitsch. So klingt alles etwas trocken und schwerfällig.

Sympathischer berührt das Album der jungen niederländischen Mezzosopranistin Chris­tianne Stotijn, «Stimme der Sehnsucht», das bei Onyx herausgekommen ist, weil es sich hier nicht um eines der zahlreichen «best-of»-Programme handelt, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2012
Rubrik: Medien, Seite 35
von Ekkehard Pluta

Weitere Beiträge
Infos

Jubilare

An Selbstbewusstsein hat es Sumi Jo nie gemangelt. Auf ihrer Website posiert die 1962 in Seoul geborene und dort ausgebildete Sopranistin als Luxusgeschöpf vor einem Privatjet. Als 24-Jährige gab sie – nach weiterem Unterricht an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom – als Gilda in Verdis «Rigoletto» ihr Debüt auf der Opernbühne. Seitdem gastiert...

Was kommt...

Viele Aufführungen von Claude Debussys «Pelléas et Mélisande» gab es nicht im Jahr seines 150. Geburtstags. Dafür jetzt zwei gewichtige Premieren des Rätselstücks in Essen und Frankfurt am Main (Foto). Beide waren exzellent besetzt. Die Bühnenästhetik könnte unterschiedlicher kaum sein. Ein Vergleich.

An zwei Opernhäusern Berlins hat Hans Neuenfels inszeniert, nun...

Geduldsprobe

Eigentlich kann sich die römische Geschichte nicht über Mangel an Sadisten, Blutschändern, Usurpatoren und sonstigen Feinden christlicher Moral und neuzeitlicher Herrschertugenden beklagen. Dennoch hatten schon im frühen 18. Jahrhundert bestimmte Namen der antiken Chronique scandaleuse mehr Sensationswert als andere. Und als im Dezember 1709 im Teatro San Giovanni...