Mozart: Le nozze di Figaro
Ein paar Raumteiler, ein paar Türen, ein Fenster und eine Drehbühne – mehr braucht Moritz Nitsche nicht, um im Wuppertaler Schauspielhaus die Welt von Mozarts «Figaro» zu bauen. Zwei, drei Handgriffe des handelnden Personals, und zack, rauschen wir von der Kammer der Gräfin ins Gemach des Grafen und zurück, kauern heimlich mit Cherubino im Kabinett, um am Ende zum kollektiven Stelldichein durch die blaue Nacht zu tappen.
Die Commedia sprüht auch ohne Opulenz, ihr leichtfüßig-tiefer Esprit zündet ja ohnehin am besten, wenn man aufs Wesentliche, die raffiniert verwobenen Liebeshändel verwirrter Gemüter, schaut. Und genau das tut die präzise, intelligente, temporeiche Regie des Oberspielleiters Johannes Weigand.
Weigand hat mit dem jungen Ensemble – alle großen Partien sind mit hauseigenen Kräften besetzt – an Schritt und Tritt gefeilt, Blicke und Gesten musikalisch punktgenau abgestimmt, das komplexe Beziehungsgeflecht der Figuren entfaltet sich mit brillanter Nonchalance. Nie gleitet die Aktion ins Manierierte ab, niemand haut auf die Pauke, das Spiel ist locker und konzentriert zugleich, die prekäre Balance der Gefühle bleibt in jedem Moment greifbar. Statt zu chargieren, ...
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