Weber: Der Freischütz

Wiesbaden, Weber: Der Freischütz

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Die Frische historischer Musik stellt sich nicht von selbst ein. Marc Piollet hat Webers Urtext noch einmal gründlich studiert, setzt en detail neue dynamische Akzente: unprätentiös, präzise und prächtig. Dazu steht ihm ein bemerkenswert leistungsfähiges Sängerensemble zur Verfügung. In ihm profilieren sich neben Martin Homrich und Astrid Weber als Protagonisten mit beglückend leicht geführten Stimmen auch Thomas Jesatko als Kaspar ohne alle Bösewicht- Attitüden und Emma Pearson als dezent aufheiterndes Ännchen.


Um den Dreißigjährigen Krieg als Hintergrund des Stücks anzudeuten, rezitiert der Eremit zur Ouverture ein Gryphius-Gedicht. In einer Pantomime nimmt Max, dem in der Wolfsschlucht die Vision seiner verstorbenen Mutter erscheint, vorab an deren Sarg Abschied. Dieter Richters brillante Metamorphosen des deutschen Forsts ent-falten zunächst durchaus «poetische» Bilder. Doch aus den Lichtungen des Buchenwalds mit  durchnummerierten Stämmen kommt deutsche Geschichte zum Vorschein – rasch schält sich he­raus, dass Regisseur Dietrich Hilsdorf und sein Team die Handlung aus der Zeit um 1648 um genau dreihundert Jahre verschieben: Die Kleidung der Trümmerfrauen, die Mützen und Jacken ...

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Opernwelt März 2008
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 52
von Frieder Reininghaus

Vergriffen
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