Mitte des Ausdrucks
Den Goethe-Liedern von Schubert (August 2015) lässt der Tenor Mauro Peter knapp ein Jahr später ein veritables Schumann-Album folgen. Zwar gibt auf dem Cover der bedeutende Heine-Zyklus «Dichterliebe» op. 48 den Ton an, doch bilden die folgenden ausgewählten Gesänge (neben den Fünf Liedern op. 40 weitere zehn Heine-Vertonungen) mehr als bloß Beiwerk.
Und dies nicht nur aus Gründen des Repertoires, sondern auch mit Blick auf die stimmlich umsetzbaren Ausdruckscharaktere, die die Veröffentlichung zu einem weiteren Baustein dieser noch jungen Sängerkarriere machen – insbesondere in der Ballade über den biblischen Belsazar.
Und doch ist es so, dass im Lied-Fach wie in kaum einer anderen Gattung eine gewisse, nicht nach Jahren zu zählende innere Reife notwendig ist, um bestehen zu können. Dies gilt zumal für die großen erzählenden Zyklen, denen bei aller Romantik auch ein wenig «Sturm und Drang» innewohnt: Interpretiert man sie zu abgeklärt, verlieren sie ihr inneres Glühen. Nimmt man sie jedoch allzu fiebrig, geht man allzu sehr in ihnen auf, stellt sich schnell der Eindruck des bloß Schwärmerischen ein – gerade bei der «Dichterliebe» mit all ihrem Sehnen und Grollen. Vielleicht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 31
von Michael Kube
Der gebürtige Niederbayer Mayr, der als Johann Simon geboren wurde und sich später, eine Verbeugung vor seiner italienischen Wahlheimat, Giovanni Simone nannte, hat rund 60 Opern hinterlassen. Eine Reihe davon liegt auf Tonträgern vor. In jüngerer Zeit hinzugekommen: sein Operndebüt «Saffo», uraufgeführt 1794 im Fenice (wo Mayr selbst Geige spielte), und «Amore non...
Am Ende bleibt der übrig, den man sonst gern übersieht: In Tatjana Gürbacas furioser Antwerpener Neudeutung des «Holländer»-Stoffes rappelt sich nach dem irrwitzigen finalen Höllentrubel im zuckenden Stroboskop-Licht nur Erik wieder auf, um stolpernd und schwankend dem Schlachtfeld zu entkommen, auf das alle anderen wie entseelt niedergesunken sind. Gelingt...
Ob das womöglich die beste britische Oper seit Jahren sei, fragte sich eine Rezensentin von «Opera today» 2014 anlässlich der Uraufführung von Luke Bedfords Kammeroper «Through His Teeth» im Linbury Studio an Londons Covent Garden. Wie überhaupt die Kritiker Begeisterung zeigten angesichts dieses kleinen Werks, das ursprünglich nur eine Art Beiprogramm zur...
