Mehr als drei Schwestern
Seit vielen Jahren begegnen sich in Salzburg zur Festspielzeit Musik-, Literatur- und Theaterwissenschaftler, um sich in einem Symposion, das seit drei Jahren offizieller Teil des Sommerprogramms ist, über ein Thema zu unterhalten, das seine Wurzeln im Programm der Festspiele hat. Viele faszinierende Tagungsbände des Verlags Müller-Speiser belegen Reichtum und Variantenvielfalt der Symposien.
Erst seit 2002 trifft man sich, wieder unter Leitung von Ulrich Müller (und Silvia Kronberger), auch anlässlich der Osterfestspiele, wobei es im Austausch von Wissenschaft und Kunst zweimal um die Frau auf der Opernbühne ging: War der «Parsifal», genauer: die Figur der Kundry, 2002 der Auslöser für das Salzburger Ostersymposion, so unterhielt man sich im Folgejahr über Fidelio bzw. Leonore. 2002 diskutierten u. a. der Bayreuther Pressechef Peter Emmerich, «Parsifal»-Regisseur Peter Stein und Mitherausgeber Ulrich Müller – ein langjähriger Autor der Bayreuther Festspielprogramme, ein Forscher zwischen Mittelalter und Musical –, über «Kundry & Elektra und ihre leidenden Schwestern». Da ging es um Hysterie und Schizophrenie auf der Opernbühne, um den Unterschied zwischen Wolframs und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sie hielt vor allem das 18. Jahrhundert in Atem. Sie verzauberte Komponisten und Librettisten gleich reihenweise. Allein in den letzten drei Jahrzehnten, zwischen 1771 und 1796, sind fünfundzwanzig Vertonungen zu verzeichnen, die ihr huldigen: Andromeda, die Gefesselte und von Perseus Befreite. Der dem Mannheimer Kreis zugehörige Cannabich widmete ihr ein...
Am 24. Oktober 1998 kam Gioacchino Rossinis «Guillaume Tell» in einer Inszenierung von David Pountney erstmals nach Wien. Zumindest was die französische Fassung betrifft (vgl. OW 12/98). Der ORF hat diesen Premierenabend mit seinen Mikrofonen begleitet und den Mitschnitt im Schiller-Jahr zur Veröffentlichung bei Orfeo freigegeben.
Da die diskografische Situation...
Die Natur ist quasi verbannt. Das ist gut, weil so klar wird, dass es nicht um Edelweiß-Romantik geht. Gleichzeitig ist dies von Nachteil, weil dadurch die symbolische Ebene der Natur völlig ausgeblendet wird. Wenn Nicolas Joël an der Düsseldorfer Rheinoper Alfredo Catalanis «La Wally» inszeniert und dabei Felsen, Sturzbäche und Lawinen von der sichtbaren Bühne...
